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zwei schöne neue Kritiken zu meinem SEITE EINS Theatersolo


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Bitterböse Mediensatire
Schauspieler Thomas Darchinger blickt hinter die Fassade des Boulevardjournalismus
erstellt am 14.01.2019 um 18:08 Uhr
Neuburg (ahl) Er lockt und schmeichelt, blufft, droht, ja erpresst sogar - Boulevardjournalist Marco tut alles für die Story auf Seite Eins seines Boulevardblattes.
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Der Münchner Schauspieler Thomas Darchinger brilliert in der Rolle des schmierigen Boulevardjournalisten Marco. | Foto: Hammerl
Deren Wahrheitsgehalt spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Dem Münchner Schauspieler Thomas Darchinger nimmt das Publikum im Neuburger Stadttheater die Rolle des schmierigen Journalisten rundum ab. Zunächst aber macht er auf seriös, wirbt um Vertrauen: "Würden Sie mir einen Gebrauchtwagen abkaufen? " Wobei "man das ja heutzutage nicht mehr sagt". Vielleicht, weil Autos nun übers Internet verkauft werden? Nein, Marco hat da seine eigene These - das Wort "Gebrauchtwagen" sei kontaminiert, wie so viele mittlerweile altertümlich anmutende "unschuldige Wörter".

Ein Mann, ein Smartphone - mehr braucht es nicht für rund 100 Minuten beklemmender Einblicke ins zynische Geschäft des Boulevards, der es schafft, Menschen quasi über Nacht bekannt zu machen und in der nächsten unsanft abstürzen lässt. Die Risiken sind hinlänglich bekannt - auch der jungen Sängerin Lea, die zwar ihr neues Album promoten, sich dafür aber nicht mit Marco und Konsorten einlassen möchte. Eigentlich. Wie es ihm dennoch mit Zuckerbrot und Peitsche gelingt, Lea zur Kooperation zu bewegen, erzählt Autor Johannes Kram in seiner bitterbösen Mediensatire "Seite eins". Und teilt dabei zwar vorrangig, aber nicht nur Richtung Boulevard aus.

Das Ein-Personen-Stück ist vielschichtig angelegt, spielt auf mehreren Ebenen und lässt mitunter rätseln, ob es als ernsthafte Gesellschaftskritik verstanden werden will oder als krasse Überzeichnung eines bestimmten Missstandes. Wenn Marco sein Tun rechtfertigt, indem er seriösen Journalisten nachsagt, sie nähmen ihre Leser nicht ernst, sondern "wollen Ihnen sagen, dass die Welt anders ist als sie ist, anders als Sie sie ja selbst erleben. Sie wollen Ihnen Ihre Wahrheit nehmen". Er spricht von Pseudoberichterstattung in Rentenpolitik, Integration, Krankenversicherung und Energiepolitik.

Als konkretes Beispiel führt er an, dass Zeitungen bei Straftaten oft keine Nationalitäten der Täter benennen, "weil das angeblich zu Rassismus führt" und fragt, ob es nicht vielleicht andersherum sei? Hier erweist sich Kram als Prophet - er schrieb die Komödie 2014, also vor der verschärften "Lügenpresse"-Diskussion. Wer die Kommentare des Autors, der übrigens Guildo Horn promotet hat, nicht kennt, könnte geneigt sein, Marcos Gedankengang hier zu folgen. Ebenso wenn er vom "Meinungskartell der Gutmenschen", Gleichmacherei und dem "Staat als Selbstbedienungsladen" spricht, der alle durchfüttert und niemanden Konsequenzen tragen lässt. Oder davon, dass die Gesellschaft immer mehr einer Kita gleiche, weil "heute jeder gerne alles machen möchte, aber keiner die Verantwortung für irgendetwas übernimmt" und immer jemand da sei, der aufpasst, dass niemand an die heiße Herdplatte fasst. Erhofft sich der Autor Widerspruch, wenn er seinem Antihelden solche Dinge in den Mund legt? Oder ist nicht doch etwas dran?

Letztlich sitzen alle in einem Boot, ob Star oder Sternchen, Leser, Boulevard- oder "echter" Journalist - Marco zieht hier Vergleiche zum Schönheitschirurgen, der ebenso wenig als echter Chirurg gelte. Und natürlich gäbe es ohne Leser keine Seite-Eins-Geschichten. Wie sie zustandekommen, erlebt das Publikum hautnah mit. Marco versteht sein Geschäft.

"Mein Geschäft sind Menschen", sagt er und klickt im psychologisch richtigen Moment auf dem Smartphone ankommende Gespräche weg, horcht Eventmanager aus, lässt seine Beziehungen spielen, um (vermeintliches) Hintergrundwissen zu sammeln, mit dem sich Lea locken oder erpressen lässt. Heraus kommt eine ganz andere Story als sich die junge Sängerin erhofft und das Publikum erwartet. Lea ist es nicht gelungen, ihr Privatleben herauszuhalten, doch der Schuss geht auch für Marco unerwartet nach hinten los. Worauf er den Kopf aus der Schlinge zieht, indem er dann noch eins draufsetzt.

Darchinger gelingt es, mit Charisma und hoher Bühnenpräsenz zu fesseln, den Spannungsbogen durchweg hoch zu halten und ganz sicher auch zum Nachdenken anzuregen.

© donaukurier.de

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Der Neuburger Thomas Darchinger bot mit „Seite 1“ im Stadttheater eine beeindruckende One-Man-Show als skrupelloser Boulevardjournalist.
VON 
ILSE LAUBER
 Für eine gute Story würde er, wenn nötig, seine Großmutter verkaufen – für einen Aufmacher auf der Titelseite wahrscheinlich sogar über Leichen gehen: Marco (Thomas Darchinger) ist Boulevardjounalist aus ganzer Überzeugung, skrupellos und manipulativ, einfallsreich und sehr kreativ im Umgang mit der Wahrheit. Diesmal hat er es auf die junge Musikerin Lea abgesehen, die gerade ihre erste CD veröffentlicht und noch nicht viel Erfahrung im Umgang mit den Medien hat. Gleich bei ihrer ersten Titelstory muss sie erleben, was einem so alles angedichtet werden kann, in diesem Fall eine Affäre mit dem vermeintlichen Sohn eines Großindustriellen. Doch damit nicht genug: Gnadenlos missbraucht Marco die Macht seines Massenmediums, als sie wenig Bereitschaft zur Kooperation zeigt – nach der Drohung, alte Nacktfotos zu veröffentlichen, willigt sie notgedrungen in die erwünschte Fortsetzungsstory ein.
Diese Episode, mit der die zum Teil verantwortungslose Maschinerie der Boulevard-Medien illustriert wird, ist aber nur eine Facette der Komödie „Seite 1“. Die „seriösen“ Medien seien auch nicht viel besser, meint Marco: Sie würden nicht zeigen, was ist, sondern was sein soll, sie sähen alles durch eine moralische Brille und würden nur ihrem Wunschdenken Ausdruck verleihen, zum Beispiel bei Themen wie der Integration. Angesichts der Spiegel-Affäre um den „fantasievollen“ Journalisten Claas Relotius, der in seinen Artikeln die Welt so gemacht hat, wie sie ihm gefällt, einer zuweilen tendenziösen Darstellung von Fakten oder gar von erwiesenen „Fake News“ ist dieses Thema aktueller und brisanter denn je.
„Die Gesellschaft ist eine große Kita geworden.“
Die Reflexionen des Autors Johannes Kram über das Medienbusiness, die Gesellschaft im Ganzen und die Politik sorgen dafür, dass das Stück nie eindimensional daherkommt, sondern vielschichtig und intelligent. „Die Gesellschaft ist eine große Kita geworden“, konstatiert Marco: „Wir wollen Gleichheit für alle und schaffen die Verantwortung ab!“
Auch dem Schauspieler Thomas Darchinger ist es ein Anliegen, die Mechanismen der Massenmedien zu entlarven: „Wir haben jeden Tag Umgang mit den Medien und lassen uns dabei schnell hinters Licht führen. Der großartige Autor Johannes Kram hat diesen prickelnden Stoff in pure Unterhaltung gepackt! Das ist genau das, wonach ich gesucht habe. Ich mag es, wenn Kunst etwas vermittelt, aber ich möchte dabei auch unterhalten“, sagt der gebürtige Neuburger, der seine Karriere am Münchner „pathos transport theater“ begann und Ende der 80er zum Film kam. Seitdem ist er aus der deutschen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken: In etwa 150 Rollen – häufig als Bösewicht in Krimis von den „Rosenheim-Cops“ und „Hubert und Staller“ bis hin zum „Tatort“ – zeigte er sein Können. Darüber hinaus war er aber auch an großen internationalen Kinofilmen beteiligt.
Was er als Bühnendarsteller kann, stellte Darchinger in Neuburg eindrucksvoll unter Beweis. Köstlich die Passagen, wo er sich über die „graublaubrüstige Wasserralle“ und ähnliche seltene, schützenswerte Tierchen aufregt, wegen denen große Bauprojekte scheitern können. Oder auch die Szene, wo er einen Artikel mit sämtlichen Anführungszeichen, Punkten, Doppelpunkten, Ausrufe- und Fragezeichen, Semikolons und Gedankenstrichen vorträgt, denn die sind für ihn das Wichtigste in einem Text – womit der Autor von „Seite 1“ nicht ganz unrecht hat.



 

Interview zu SEITE EINS im Straubinger Tagblatt

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Straubinger Tagblatt. 26. Januar 2019

Interview mit Thomas Darchinger zu seiner Theaterrolle im Solo-Stück “Seite Eins”
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„Seite eins“, wie charakterisieren Sie das Stück?

“Seite Eins” ist eine sehr geschickt geschriebene Komödie, in der die Zuschauer direkt erleben, wie Populismus funktioniert. “Marco” der Protagonist stellt ihnen Fallen. Meine Aufgabe als Schauspieler, der ihn verkörpert ist es, dass sie dann auch wirklich reintappen. Der Zuschauer fährt mit mir 90 Minuten Achterbahn.

Wie geht man an ein Ein-Personen-Stück ran?

Ich hatte mir vorgenommen: Wenn ich schon allein auf der Bühne stehe, dann will ich es auch so schlicht wie möglich. Wenig Requisiten, keine Musik, kein Schnickschnack. Es ist ein Schauspieler-Stück und lebt davon, dass ich auf der Bühne alles raushaue an Energie und Schauspielkraft, was geht. Darin liegt der Reiz. Ich wollte das Stück auch in einem für deutsche Theater eher ungewöhnlichen Tempo spielen. Flott, spritzig. Pure Unterhaltung im direkten Sinn des Wortes.

Sie werden als der „Lieblingsbösewicht des deutschen Films“ geführt. Wie gefällt ihnen die Auszeichnung? (warum ist es interessant, der Böse zu sein?)

Ach mei. Ich weiß nicht Mal, ob sie im Ansatz gerechtfertigt ist. Klar, ich hab dutzende Male den Mörder gespielt. Ich versuche, dabei keine Klischees zu bedienen, sondern echte Menschen zu zeigen. Die Trennlinie zwischen “normal" und kriminell ist oft ganz dünn im Leben. Und das reizt mich. Wobei es für meinen Geschmack zu viele Krimis gibt. Ich wäre froh, wenn ich öfter Mal den strauchelnden Familienvater spielen könnte. In einer Familienkomödie oder einem Familiendrama. Noch näher am Leben dran. Eigentlich bin ich dafür prädestiniert, aber die Caster sehen mich so scheinbar nicht. Kurioserweise bin ich bei meinen circa 150 Rollen aber sowieso fast nie von Castern besetzt worden, sondern meistens direkt vom Regisseur gewollt. Caster sind bei mir oft fantasielos. Ich weiß noch, wie eine Casterin gleich am Anfang meiner Karriere zu mir gesagt hat “Ihr Maxi Grandauer in der Löwengrube war grandios. Aber ich hab keine Ahnung, für welche Rollen ich Sie sonst besetzen könnte.” Das begleitet mich jetzt irgendwie schon mein ganzes Berufsleben. Wenn ein Regisseur nicht von sich aus sagt, "den Darchinger will ich haben", dann passiert da relativ wenig bei mir. Ich hab mich damit abgefunden. Ich spiele ja trotzdem sehr viel.

Journalismus mit "fake news"-Anschuldigungen und Debatten in sozialen Medien, teils oft unter der Gürtellinie, sind aktuell. Wie bezieht „Seite eins“ da Stellung?

Diese Kultur, sich im Internet unter der Gürtellinie öffentlich auszukotzen als Bürger, erschreckt mich natürlich genauso wie Sie. Unangenehme Wahrheiten einfach als Fake News abzutun, ist billig und bringt uns nicht weiter. Ich glaube, wir brauchen viel mehr das Bedürfnis, uns gegenseitig zu bereichern mit unseren Ansichten, miteinander für bessere Lösungen zu ringen, statt aufeinander einzudreschen. Dieser Wesenszug der Demokratie ist mir in letzter Zeit deutlich zu kurz gekommen. Anerkennen, dass ein anderer mit einer anderen Meinung einer Bereicherung ist und keine Bedrohung. Dass wir nur gemeinsam die Dinge verbessern können. Da haben wir Bürger uns zu sehr in die falsche Richtung entwickelt, aber auch die Politiker und die Medien. Mir geht es zu viel ums Recht haben und zu wenig ums Zuhören. Und mir geht es eindeutig auch zu viel darum, dieses Recht-haben-wollen mit allen Mitteln durchzusetzen. Mit gezielten Lügen und Diffamierungen.
Wir brauchen die Bereitschaft, uns wirklich mit Dingen auseinanderzusetzen. Eine Meinung zu haben ist keine Kunst. Sich wirklich mit etwas zu beschäftigen, kommt mir viel zu kurz.
In “Seite eins” wird natürlich auch vorgeführt, wie geschickt wir von Populisten manipuliert werden. Diesem Vorwurf müssen sich auch bestimmte Medien stellen.

Warum stehen Sie gern auf der Bühne vor Publikum, nicht nur vor der Kamera?

Die Leute direkt zu spüren, mit ihnen gemeinsam so einen Ritt zu machen, das ist natürlich toll. Ich möchte die Leute gut unterhalten. Und als “Marco” eben auch verführen und mit ihnen jonglieren. Da ist nichts so unmittelbar und schön, wie das Theater.

Interview zum Jahresende 2018


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Der Schauspieler Thomas Darchinger blickt auf das Jahr 2018
Herr Darchinger, das Jahr 2018 lief ziemlich gut für Sie, stimmts?
Ja, sehr gut eigentlich. Meine Agentin war ein bisschen unzufrieden, weil ich zu wenig Zeit zum Drehen hatte, aber sonst war es ziemlich gut. Mein Solo-Theaterstück kommt sehr gut an, meine musikalisch begleitete Lesung, die ja auch eine Demokratiekampagne ist, ist enorm erfolgreich, mit meiner eigenen Initiative “Gut, Mensch!” sind wir in einer Top-Location, haben spitzen Gesprächsgäste und ich habe das Gefühl, ein kleines bisschen kann ich mit meinen Sachen etwas bewegen, für die Welt. Ein wirklich kleines bisschen nur, aber immerhin.
Na dann fragen wir doch gleich Mal, wie lief das Jahr 2018 für die Welt aus Ihrer Sicht?
Ich finde es großartig, dass sich wieder viele Menschen für die Mitgestaltung der Gesellschaft interessieren. Es gibt Demos, unzählige Initiativen. Da sind fantastische Sachen dabei, die einem sehr viel Hoffnung geben können. Ich denke, nach wie vor, wir Menschen haben es drauf. Aber, ja leider aber, fürchte ich, die Kapitalmärkte und die Groß-Industrien haben sich inzwischen so verselbstständigt, dass wir die als Bürger und besonders als Konsumenten nicht mehr einfangen können. Müssen wir aber. Ohne ein radikales Umdenken in der Wirtschaft, ohne einen Systemwandel in der Gesellschaft fahren wir die Lebensbedingungen für den Menschen auf der Erde an die Wand. Und das geht inzwischen so rasant schnell, dass wir auch rasant schnell handeln müssen. Die Politik braucht dazu eine klare Botschaft von der Straße: Wir wollen den Wandel. Zieht ihn durch, jetzt. Die Politik wird massiven Gegenwind von den derzeit etablierten starken Kräften bekommen. Das können die nur anpacken, wenn sie sich eines Rückhalts durch die Bevölkerung sicher sind.
Wie meinen Sie das?
Es wird einschneidende Änderungen geben müssen. Das wird natürlich als Allererstes genau die Märkte betreffen, die bisher rücksichtslos ihrer Profitgier gefrönt haben. Wir machen uns oft aus Bequemlichkeit und Gewohnheit ein viel zu unscharfes Bild davon, wie die Dinge wirklich laufen. Ich bin weder Kommunist noch jemand, der sich an Bahngleise kettet, noch jemand der an Verschwörungstheorien glaubt. Ich halte mich für einigermaßen bodenständig von der Denke her. Aber wir müssen die Augen aufmachen. Die Profitgier der ganz Großen legt mit einem fast unwirklich erscheinenden Tempo eine Zerstörung der Balance in der Natur an den Tag, dass wir sehr dringend, sehr konsequent die Kurve kriegen müssen. Wir wollen doch, dass unsere Enkel auch noch hier leben können. Und zwar nicht nur in wenigen verbliebenen Reservaten, die habitabel geblieben sind, sondern doch bitte überall. Wir können doch nicht einfach zulassen, dass beispielsweise Hamburg und alles Küstennahe im gestiegenen Meer versinkt. Nur um Mal ein Bild zu bringen, was wirklich auf uns zukommt.
Sie haben sich als Künstler programmatisch sehr klar aufgestellt. Respekt.
Ja, danke. Aber ging einfach nicht mehr anders. Ich will meine künstlerische Kraft möglichst sinnvoll einsetzen. Ich kann nicht noch 30 Mal den Mörder in einem x-beliebigen Krimi-Format spielen und nichts weiter tun. Schauen Sie, meine Arbeit ist ja nicht uninteressanter geworden. Im Gegenteil. So wie es jetzt ist, erfüllt es mich total. Ich spiele tolle Rollen, die für mich wirklich Sinn machen. Klar, ich versuche, meinen vollen Terminkalender im nächsten Jahr so zu optimieren, dass ich auch wieder drehen kann. Schließlich gibt es ja auch tolle Filme, bei denen ich gerne dabei wäre.
Wie finden Sie denn die TV- und Kinoproduktionen, die zur Zeit so in Deutschland entstehen?
Also da sind Sachen dabei, die sind unglaublich gut. Mit einer Mischung aus Anspruch, auch an den Inhalt, und trotzdem extrem guter Unterhaltung. Das haben wir ja lange Zeit nicht so besonders hinbekommen. Aber da wächst eine neue Generation nach, die mir sehr viel Hoffnung macht. Mit denen möchte ich unbedingt arbeiten. Und es gibt auch fantastische junge Kolleginnen und Kollegen. Einige von denen sind mit Anfang Mitte zwanzig schon so weit, so weit war ich damals lange nicht. Das ist toll. Diese starken Erzählformate, die jetzt kommen, da fühle ich mich Zuhause. Auf die hab ich lange warten müssen. Jetzt will ich sie auch machen!
Weil sie schon die jungen Kollegen erwähnen. Haben sie Tipps für die parat?
Nö, die wissen sehr genau was sie tun, scheint mir. Nicht abheben, hart arbeiten, Spaß bei der Sache haben, Vertrauen schenken und annehmen, kreativ alle Räume suchen und ausschöpfen. Kein netter, handwerklicher Erfüllungsgehilfe für die Branche sein, sondern ein eigener kreativer, freier Kopf. Muß ich denen aber nicht sagen, das wissen die wie gesagt schon.
Dann wünschen wir Ihnen doch ein erfolgreiches Jahr 2019!
Danke!
Haben Sie selbst noch Wünsche für das kommende Jahr?
Ich wünsche der Welt Entschlossenheit und ein gutes Miteinander. Wir müssen alle, auch die Leute in der Politik besser darin werden, die Vielfalt als Geschenk zu sehen. Als Schatztruhe. Lebendiger Austausch von Ideen für die besten Lösungen. Keine lächerlichen Hickhack- Shows mehr! Kein Hauptsache ich gewinne. Auch nicht in Talkshows. Dann sind wir schon einen Riesen Schritt weiter.

SEITE EINS Kritik

und noch eine der vielen schönen, guten Kritiken zu SEITE EINS. Diesmal vom Gastspiel in Ingolstadt:
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Interview im Donaukurier zu "Seite eins"

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interview im Magazin "Föhn"


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Interview in "Das Haus"

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Lieblingsfilme und Gott und die Welt


Februar 2018

MEINE FILME


Herr Darchinger, wir würden gerne Mal von Ihnen erfahren, welche Filme Sie am Meisten geprägt haben.
Und gehen wir überhaupt richtig in der Annahme, dass ein Filmschauspieler auch Cineast sein muß?

Ich kann da nur für mich sprechen. Klar bin ich Cineast. Ich liebe es, wie im Kinofilm Geschichten erzählt werden können.
Da bin ich süchtig. Was mich allerdings komplett kalt läßt, ist Fernseh-Unterhaltung. Es gibt ja viele Kollegen,
die TV-addicted sind. Da bin ich raus. Nullkommanull mein Ding. Mir hat sich die Faszination von
Fernsehshows usw. nie erschlossen. Im Gegenteil. Finde ich total öde.

Ob das Ihre Arbeitgeber gerne hören?

Ich glaub jetzt nicht, dass ein Spielfilm-Redakteur bei einem Sender zum Vorstellungsgespräch seine Lieblings-Unterhaltungssendungen aufzählen mußte.
TV-Filme und -Serien sind eine eigene Sparte. Die sind ja nicht doof. Die können das schon unterscheiden. Und wenn man sich anschaut,
was sich im Serien-Bereich tut, da kann man doch nur froh sein. Insofern ist Fernsehen schon cool, auch für mich.
Es gibt ja auch grandiose Dokumentationen. Wenn ich ehrlich bin, findet das bei mir aber leider nicht wirklich statt, dass ich mir die anschaue.
Ich schau einfach wahnsinnig wenig fern. Lineares Fernsehen ist bei mir schon aus meinem Leben raus. Mediatheken sind die Zukunft, denke ich.
Das kann ich aber nicht sagen, ohne gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass da erst noch ein vernünftiger rechtlicher Rahmen für die Urheber
gefunden werden muß. Mediatheken sind ja heute oft noch auf eine falsche Weise "frei", sprich da fließt nichts an die Urheber. Das geht natürlich nicht.

Ist es für einen Schauspieler wichtig, dass er sich auch außerhalb seiner eigentlichen Tätigkeit Gedanken macht?

Was heißt für einen Schauspieler? Das ist für jeden wichtig. Die Demokratie ist unsere Möglichkeit, mitzugestalten. Das läuft nicht von alleine.
Wenn man die da Oben einfach machen läßt, dann vergessen sie, dass es uns und unsere Interessen gibt. Da muß man als Bevölkerung
ständig präsent sein. Sonst wird man über den Tisch gezogen. Die Welt ist ja nicht Friede-Freude-Eierkuchen, weil es Demokratien gibt.
Die Demokratie ist nicht die Lösung der Probleme. Sie ist nur eine Möglichkeit, dass wir als Bevölkerung bei der Lösung nicht übergangen werden.
Wenn wir uns da einlullen lassen und nur noch Konsumenten sind, sind wir selber schuld, wenn uns diese Möglichkeit wieder abhanden kommt.
Also klar mach ich mir Gedanken.

Und wohin führen die?

Für mich ist ganz entscheidend, dass wir schnell ein kraftvolles Gegengewicht zu den Turbo-kapitalistischen Entwicklungen auf die Beine gestellt bekommen.
Große Unternehmen haben ganz eigene Interessen. Und das ist auch legitim. Aber es ist meiner Meinung nach völlig falsch, zu glauben,
dass diese Interessen sich eins zu uns mit unseren eigenen als Bevölkerung decken. Laßt die Mal machen, dann wird das schon. Das geht voll in die Hose.
Die Globalisierung rein auf das Wirtschaftliche gesehen durchzuziehen ist ein riesen Fehler.
TTIP Verhandlungen im Geheimen zu führen und dann sitzen da nur Wirtschaftsleute in den Gremien, das geht gar nicht. Der komplett falsche Ansatz.
Eine Verflechtung der Kulturen - und darum geht es doch, sonst gibt es nur Ausbeutung und Krieg - die findet nur statt, wenn man die Leute mit in die Gremien holt,
die dazu was zu sagen haben. Soziologen, Philosophen, Kulturschaffende.
Wenn die Globalisierung nicht die Globalisierung der Menschen wird, wenn man sich da nur auf die Wirtschaft verläßt wie bisher, dann passiert genau das,
was wir gerade sehen: Die Leute machen da nicht mit. Überall blüht die Sehnsucht nach Nationalismus auf. Das kommt doch nicht einfach so.
Das ist das Ergebnis davon, dass man den falschen Kompetenzen die Handlungen überläßt. Ich wäre dringend für einen starken Welt-Kultur-Rat.

Welche Filme würde dieser Kultur-Rat denn empfehlen?

Da wäre ich auch gespannt! Filme können ja schon auch was verändern. Genauso wie Sport. Die Kraft von Kultur und Sport kann Grenzen auf eine Weise überwinden,
wie es die Wirtschaft nie könnte. Tschuldigung, dass ich da noch ein Thema aufmache, aber genau deswegen muß auch Olympia aus dem Kommerz raus.
Die Idee von Olympia ist grandios. Hätte eine enorme Kraft, die wir auch gebrauchen könnten. Aber der IOC heute ist ein Wirtschaftsunternehmen und
hat meiner Meinung nach alles verspielt, was an Zauber da war.
So, jetzt hab ich genug zu allen möglichen Themen gescheid daher geredet. Wollten Sie mich nicht eigentlich nach meinen Lieblingsfilmen befragen?

Na dann mal los!

Also geprägt hat mich als Kind natürlich "Winnetou". Old Shatterhand, der Held, der fasziniert von der fremden Kultur ist, weltoffen, ein Guter.
Winnetous Schwester ist aber viel zu früh gestorben. In die hätte ich mich als Junge gerne verliebt, aber die war gleich weg.
Als Jugendlicher dann aber so Sachen wie "Die bleierne Zeit" von Trotta und natürlich die Fassbinder Filme!
"Die Dinge des Lebens" von Sautet mit Piccoli und der Romy Schneider. "Fahrenheit 451", Truffaut. "Les Mepris", Godard. Fellini natürlich. "8 1/2", ein Meisterwerk.
"Manhattan" von Woody Allen. "Taxi Driver", "Apokalypse Now". "Die 3 Tage des Condor". "Fitzcarraldo" natürlich. "Chinatown". Später dann "Short Cuts" vom grandiosen
Robert Altmann, "Night on Earth", "Big Lebowski", "American Beauty" und "Magnolia", "Heat", "Natural Born Killers", "Wild at Heart", "Time of the Gypsies". "Analyse this",
"Out of sight" von Soderbergh. "Auf der Flucht" mit Harrison Ford, grandiose Thriller-Unterhaltung. Wahrscheinlich überhaupt mein "guilty pleasure"-Lieblings-Genre.
Jetzt hätte ich fast "Der unsichtbare Dritte" vergessen. Den hab ich 20mal gesehen, wenns reicht.

Danke!

Bitte.

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Wort zum Sonntag


"Es gibt meiner Meinung nach nur ein paar Regeln, die wirklich wichtig für einen Schauspieler sind:
neugierig sein auf das Wirkliche, im Moment sein, Mut zur Schwäche haben, Alles für möglich halten, das Geheimnis für sich behalten und nie zu glauben, dass man das selbst alles schon geschafft hat"
(Thomas Darchinger)

BR Sonntags-Stammtisch

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Meine Woche

SZ EXTRA - Meine Woche
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Darchingers Reisen

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Pressestimmen zu Darchinger bei der bundesweiten Schulveranstaltung DAS ANDERE LEBEN

www.dasandereleben.de



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"schlicht großartig!" "…tief bewegend…"
"…Darchingers flammender Appell verhallt nicht ungehört…"



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"… ein großer Schauspieler und ein großer Musiker widmen sich einer großen Sache. Tiefe Verbeugung!…"


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"Die komplettesten 90 Minuten Geschichts- und Sozialkunde-Unterricht, die ich mir vorstellen kann. Unersetzlich!"



"... Bei allem Respekt vor Veranstaltungen mit Zeitzeugen muß ich sagen: diese von Thomas Darchinger und Wolfgang Lackerschmid künstlerisch herausragend umgesetzte Lesung mit Musik
hat eine noch deutlich stärkere Wirkung, eine noch nachhaltigere Kraft ..."



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"Der Inhalt ein Muss. Die künstlerische Darbietung allerhöchstes Niveau. Die Wirkung fulminant"


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"besser kann man es nicht in Worte fassen"

"Die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer waren auch Stunden später noch vom Eindruck überwältigt"


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"Die Veranstaltung war nun zum dritten Mal an unserer Schule. Und meine Begeisterung darüber wächst und wächst. Darchinger und Lackerschmid sind ein Geschenk für unsere Schüler, für das man nicht dankbar genug sein kann"



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Bericht über DAS ANDERE LEBEN im "saarländischen Rundfunk"