interview "Bunte" zum Thema "Sie und Ihr Auto" (Mai 2008)

Ein Opel Kadett, von meinem Großvater geerbt. Sagenhafte 50 PS, aber das war damals normal. Kein Ausbund an Schönheit, aber total zuverlässig. Den hat allerdings leider ein Bagger zerdrückt. Gott sei Dank saß ich nicht drin.

Einen Opel Antara. Ein kompakter und eleganter SUV. Hat ausreichend Platz und ist sehr bequem. Genial das flex-fix, ein in die Karosserie integrierte Fahrradhalter am Heck. Einfach ausziehen, aufklappen, fertig.

Ich bin Mal mit einem Cabrio an der amerikanischen Pazifikküste entlang gecruised. Sensationell! Freiheit pur. Ich hab ohnehin im Kofferraum immer Sachen für drei Tage dabei, so dass ich jederzeit total spontan einen Kurztrip machen kann, zB in die Alpen.

Ich habe bis heute keinen Unfall selbst gebaut. Da bin ich total stolz drauf und klopfe jetzt auch gleich Mal lieber auf Holz. Passiv, also als Mitfahrer hab ich allerdings leider schon einiges erlebt. Das Schlimmste war dabei sicher ein Unfall als Kind mit meinem Schulbus. Der war im Winter in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und frontal gegen einen Baum geflogen. Für mich selber ging das relativ glimpflich aus, aber zwei Kinder sind an den Folgen des Unfalls gestorben und ich hatte jahrelang noch Alpträume davon.

Ich hege da einen etwas aberwitzigen Wunsch: einen solar-bzw. hybridgetriebenen Cadillac de Ville in schwarz. Das ist ein wahnsinns Schiff. 60er Jahre Cabrio. Den hätte ich gerne mit modernster Technologie ausgestattet und eben: umweltfreundlich.

Es gibt mit ein großes Gefühl von Sicherheit, Zuverlässigkeit, Komfort und Flexibilität.

Sportlich. Souverän. Früher bin ich eher draufgängerisch gefahren. In der Jugend hat man ja noch mehr Spaß am Limit, bzw. kennt es noch nicht so genau. Das hätte auch Mal übel ausgehen können. Ich kann nur jedem raten, im Straßenverkehr vernünftig zu fahren und lieber Mal ein Fahrertraining zu besuchen, wo mans dann ausnahmsweise Mal richtig krachen lassen kann.

Ja leider. Ordentlich sogar. Kein schönes Ding. Die müssen weg. Aber da hilft nur Geduld. Und bis dahin keine neuen ansammeln.

Text DSF zum Thema: Der Schauspieler Darchinger und seine verrückte Fußballwelt:

Ich bin ja groß geworden als Teil einer Generation, die ihre Antihaltung gegen das Establishment auch durch die Verweigerung am Sport kundgetan hat, was zu einer eher leptosomen Körperlichkeit geführt hat. Davor im noch unbewußten Kindesalter wurde ich aber natürlich in jede Art von Sportmannschaft gesteckt und Bolzen im Hinterhof war nach der eher komatös abgetrödelten Hausaufgabenzeit die Hauptnachmittagsgestaltung.
Als Kind und Jugendlicher hab ich also viel Sport gemacht. Wunde Knie usw ein Dauerthema. Auch im Garten des benachbarten Bauern wurde regelmäßig zwischen den freilaufenden Hühnern gekickt und dabei unweigerlich in die Hühnerhaufen hineingegrätscht, was uns zu den übelriechendsten Kickern im ganzen Dorf gemacht hat. Gegen den kleineren Sohn des Bauern habe ich ständig gewonnen, auch unter Anwendung fieser Tricks. Ich habe ihm zB beigebracht, dass er beim Erklingen der Nationalhymne still zu stehen hat. Und die habe ich dann immer kurz bevor ich ihn ausdribbeln mußte angestimmt. Bin dann natürlich locker an dem erstarrten Gegner vorbeigekommen!
Im Verein waren wir ziemlich erfolgreich. Ich war ein gefürchteter Abräumer, sogar der FC Bayern hat mich Mal gescoutet. Ich selber fand aber ganz furchtbar, dass ich nie wirklich filigran mit dem Ball umgehen konnte. Mein großes Vorbild war Paul Breitner. Ich hatte genau wie er immer die Stutzen nach unten geschoben und das Trikot über der Hose baumeln.

Dann später wie gesagt die komplette Verweigerung von Sport. Erst mit ca 27 habe ich wieder angefangen damit. Auch passiv, als Zuschauer. Beim ersten Mal als Rückkehrer ins Olympiastadion Gänsehaut und Tränen der Ergriffenheit.
Heute spiele ich regelmäßig mit Freunden und Kollegen Fußball, fahre in der traumhaften oberbayerischen Landschaft Fahrrad, ganz selten spiele ich Tennis. Im Winter fahre ich Ski, Schlittschuh etc.

Meine Leidenschaft für den Fußball hat mich vor ein paar Jahren zu der wahnwitzigen Idee gebracht, ein eigenes Fußball-Magazin im Internet ins Leben zu rufen. www.wir-elf.com hat sich in kürzester Zeit zum Kult entwickelt.

Leistungssport wäre für mich nie ein Thema gewesen, dafür fehlt mir die physische Robustheit, aber auch die unbedingte Disziplin. Auch wenn ich viele Sportler persönlich kennenlernen kann, finde ich es wenig bis überhaupt nicht reizvoll. Denn der Sportler den ich für seine Leistungen bewundere, dem habe ich trotzdem als Mensch nichts zu sagen. Ich will ihm aus der Entfernung zujubeln, mit ihm leiden, ihn verschmähen. Aber bitte völlig unpersönlich, als Mythos. 
Insofern nehme ich Sportler nur in Ausnahmefällen als Menschen wahr, Oliver Kahn zum Beispiel, was sicher auch daran liegt, dass er seine ziemlich klugen Gedanken offen in die Gesellschaft trägt.

Für mich muß Sport treiben auf jeden Fall Spaß machen. An Geräten zu sitzen, stehen, liegen macht mir Null Spaß. Ich habe bestimmt schon fünf Gyms völlig sinnlos Jahresbeiträge in den Rachen geschoben. Aber damit ist schon länger schluß. Ich mache Sport nur noch im Freien. An der frischen Luft einem Ball hinterherjagen, mit Freunden wetteifern, das ist immer noch so ziemlich das Schönste was es gibt. Ich bin nur froh, dass ich inzwischen nicht mehr in Hühnergärten spiele.