Thomas als Keynote-Speaker

  • Reden schwingen vor Fachpublikum:
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Fotos: Jan Krattinger

Interview 02 2020 Mucbook

https://www.mucbook.de/keine-dogmen-keine-spassbremserei-thomas-darchinger-im-interview/

Rein Text, ohne Bilder:

AKTUELL, KULTUR, STADT
Keine Dogmen, keine Spaßbremserei: Thomas Darchinger im Interview

12 FEB 2020

Er ist supererfolgreicher Theater-, Film- und Fernsehschauspieler („Lieblings-Bösewicht im deutschen Film“), Synchronsprecher (z.B. Cuba Gooding Jr. oder Alan Cumming), Grimme-Preisträger, Kolumnist, Musiker, und sucht mit seiner Initiative „Gut, Mensch!“ mit Politiker*innen, Intellektuellen und Wissenschaftlern nach guten Ideen für die Zukunft: Thomas Darchinger.
Ein Glück also für uns von MUCBOOK, dass wir ihn für unsere Content Conference am 7. März in der Hochschule für Film und Fernsehen gewinnen konnten.
„Weniger Bla Bla, mehr Inhalt“ ist das diesjährige Motto unserer Content Conference und da passt eine Keynote von Thomas Darchinger bestens ins Programm. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, ihm vorweg schon ein paar Fragen zu stellen:
MUCBOOK: Lieber Thomas, warum darf man deine Keynote auf der Content Conference auf keinen Fall verpassen?
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Thomas Darchinger:
Schauspieler stehen ja normalerweise nicht in dem Ruf, sich durch besonders wenig Blabla auszuzeichnen. Ich bin nach über 150 Filmrollen vor ein paar Jahren in mich gegangen und hab mich gefragt: Will ich jetzt noch x-mal den Mörder spielen oder kann ich mein Talent sinnhafter einbringen? Ich hab Antworten gefunden, die mich seitdem im täglichen Umgang mit meiner Arbeit entscheidend begleiten. Ich habe jetzt eine Haltung, die mich alle relevanten Fragen sehr einfach beantworten läßt. Und einen Schauspieler mit Haltung, den sollte man sich unbedingt Mal anschauen! Einer der kürzesten Witze geht ja so: Gestern hab ich ein Schauspieler mit Rückgrat gesehen.
Wie verhinderst du persönlich allzu viel Blabla im Alltag?
Ich finde Blabla ganz super, da wo es hingehört. Auf die Fußballtribüne, in Twitternachrichten, auf einer Party, wenns später ist. Alles okay. Eine der für mich wichtigsten Dinge ist: Keine Dogmen. Keine Spaßbremserei. Aber ansonsten gilt für mich der ganz einfache Satz: Was man hält, muss man nicht versprechen. Und ich kann nur das halten, was ich wirklich will. Also brauche ich einen Gradmesser, an dem ich mich orientieren kann. Und über diesen Gradmesser würde ich gerne bei meiner Keynote reden. Weil ich auch glaube, dass wir da entscheidende Defizite haben. Wir müssen sicher auch das eine oder andere Weltbild einreißen und die eine oder andere Selbstoptimierungs-Nummer über Bord werfen.
Gerade als Schauspieler und/oder Synchronsprecher ist man es ja gewohnt, sich die Worte anderer zu eigen zu machen. Gibt es da vielleicht einfache Tricks, wie man damit umgeht? 
Mir hat meine Vergangenheit als Synchronsprecher sicher geholfen, schnell zu agieren als Schauspieler. Ich kann mich wahnsinnig schnell emotional in eine Situation versetzen. Außerdem glaube ich, kann ich ganz gut mit Sprache umgehen. Und ich meine jetzt nicht dieses tönende Schauspieler-Gequatsche, das ich ganz fürchterlich finde, sondern eine Sprache, die ich mit mir fülle. So echt es geht. Mit allem was dazu gehört. 
Einfache Tricks gibt es immer nur für die, die ihr Handwerk können. Wenn’s nur um einfache Tricks ginge, die man sich aus dem Nichts draufpackt, könnte es ja jeder. Schlecht kann jeder. Da kann man sich auch mit Tricks durchmogeln. Aber genau darum geht es: Dass man solche läppischen Tricks eben nicht anwendet, sondern sich zu dem durchbeißt, um das es wirklich geht. Das dauert. Ich weiß wovon ich rede. Ich hab für manche meiner Entwicklungsstufen ewig gebraucht. Ich war vor Kurzem in den Kammerspielen bei einer Premiere der Falckenberg-Schüler*innen. Da waren einige dabei, die sind schon viel weiter handwerklich und vom Mut her, als ich es in dem Alter war. Aber jeder geht seinen Weg. Man darf nur nicht aufhören damit und sich’s zu gemütlich machen. Zu lange in der Komfortzone rumlungern, ist keine gute Idee.

Hat man dadurch also sogar einen Vorteil, weil man sich leichter in andere Personen/Denkweisen hineinversetzen kann?
Dazu muß man kein Schauspieler sein, glaube ich. Ich bemerke allerdings in unserer Gesellschaft, dass sich ein Mono-Perspektivisches Denken eingeschlichen hat. Die Leute sind von ihrem eigenen Blickwinkel so überzeugt, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, dass andere Blickwinkel mindestens genauso überzeugend sein könnten. Die lassen andere Perspektiven gar nicht mehr zu. Ich glaube, das ist einer der Hauptgründe, warum wir uns gegenseitig immer mehr ankeifen in der Gesellschaft. Wir bewegen uns in Blasen, die starre Meinungsmuster haben und glauben, das ist die Wahrheit.
Aber das ist totaler Quatsch. Die Wahrheit versteckt sich sehr oft um die Ecke und hat viele Seiten. Man braucht auch Mut, um sich der Komplexität der Wahrheit zu stellen. Mehr Mut könnte uns nicht schaden. Auch der Mut, Mal auf die Schnauze zu fallen. Das ist bei uns Schauspielern eigentlich in der DNA. Ohne den Mut zum Scheitern geht bei uns eigentlich gar nichts. Ich bin auch ehrlich gesagt überhaupt kein Freund dieser ganzen Selbstverwirklichungs-Literatur. Ganz einfach, weil da das Ich meistens über die Anderen gestellt wird. Alles nach dem Motto: Wenn ich das und das mache, werde ich erfolgreicher, schöner, besser als die anderen. Ich glaube aber, wir sollten besser werden, um dann gemeinsam mehr zu erreichen. Im Miteinander liegt der Schlüssel für die meisten Fragen, die es heute gibt. Die Ich-Gesellschaft ist genauso gescheitert, wie das Modell der kapitalistischen Gier als Motor für eine bessere Zukunft. Nichts gegen Geld verdienen. Aber ich glaube, wir müssen das anders angehen in Zukunft.



Von welchen Medien/Plattformen/Podcasts/Zeitungen/Blogs holst du dir gehaltvolle Inhalte?
Das ist ganz einfach: Von so vielen unterschiedlichen, wie möglich. Bloß nicht von einer algorithmischen Blase einfangen lassen.
Wir gehen kurz online. Hast du lieber … Desktop oder Mobil?
Desktop hab ich gar nicht. Noch nie gehabt. Da würde ich einen Vogel kriegen, wenn ich immer am gleichen Platz sitzen müßte.
Facebook oder Whatsapp?
Facebook benutz ich praktisch nicht mehr, WhatsApp find ich nervig und überflüssig und habs gar nicht.
Twitter oder Instagram?
Ich mag Bilder. Eigene Blickwinkel in ein Quadrat gefasst, das find ich schon spannend. Deswegen, ja Instagram. Twittern tu ich gar nicht. Les ich ich auch nie. Langweilt mich.

Unermüdlich tourst du mit deinem Demokratieprojekt durch die Republik, drum auch zu dem Themenkomplex ein paar Fragen:
Demokratie ist anstrengend, weil …
… es so oder so anstrengend ist, im Kollektiv unterschiedliche Interessen zu vereinen. Mich nervt gewaltig, dass daran immer rumgemäkelt wird. Dass Demokratie anstrengend ist. Weil das impliziert, dass es etwas gäbe, das weniger anstrengend wäre. Jeder, der es schon einmal mit einer Diktatur zu tun bekommen hat, kann über diese Demokratiemüdigkeit nur den Kopf schütteln.
Demokratie macht Spaß, weil …
… es einfach großartig ist, im Miteinander etwas anzupacken und zu gestalten. Wenn man es wirklich mal tut, merkt man, es gibt nichts Befriedigerendes. Also ich finde ausdrücklich, dass es sich lohnt, sich einzubringen. Halt nicht mit der Erwartung, dass man der anderen Seite seinen Kram aufdrücken kann. Sondern mit der Neugierde auf andere Sichtweisen und Verhaltensweisen. Vielfalt ist etwas großartiges, wenn man mal aus seiner Ego-Nummer rausgeht.

Ich glaube, wir brauchen eine Revolution im Bereich …
Oh da brauchen wir viele. Ich glaube, wir müssen unsere Demokratie erneuern. Da hat sich eine Menge Verkrustung eingeschlichen. Und wir brauchen einen Aufbruch, um dem Klimawandel zu begegnen. Dabei werden wir auch ans Eingemachte ranmüssen. Es gibt eine starke, junge Bewegung, die viel über das Kollektiv rangeht an Dinge, und Wertigkeiten verlagert. Diese Bewegung sollten wir stärken. Dezentraler Denken und Handeln. Mehr mit Haltung. Weniger im Ich verfangen und weniger von der Gier beseelt. Können wir hinkriegen. Mit Lust drauf. Und Mut. 
Zum Schluß kommen wir an in der „Weltstadt mit Herz“ – wird da mal wieder etwas von dir zu sehen sein?
Ich möchte in München wieder stärker aktiv sein mit eigenen Produktionen. Ich hatte München ja künstlerisch ein bisschen den Rücken gekehrt und bin sehr viel bundesweit mit meinen Sachen auf Tour. Wenn ich nach München zurückkomme, dann hab ich allerdings wenig Lust auf etablierte, quasi domestizierte Räume für Kunst. Ich möchte gern in Kooperation mit anderen Leuten aus anderen Disziplinen, von Musik, über die bildende Kunst, aber auch von Wissenschaftlern über Politiker, städtische Räume entern, künstlerisch verwandeln. Zeitlich begrenzt Orten einen künstlerischen Impuls geben. Ich hab schon angefangen, an dem Programm zu arbeiten und suche jetzt Räume für eine Zwischennutzung. Urbanes Popup-Theater.
Ich hab so in der Art ja schon vor ewigen Zeiten mal in München agiert. Nach meinen Anfängen am Pathos Transport Theater hab ich zum Beispiel mal für die Biennale was gemacht, wo ich den Olympiaturm bespielt habe und das städtische Hochhaus und eine Parkgarage unter dem Stachus.
Die Produktion wird sich unter Anderem mit den 20er Jahren beschäftigen und der Frage, warum großmäulige Lügner in manchen Phasen für die Gesellschaft tragischerweise so attraktiv sind.
Ein bisschen wird das formal etwas, das sich anlehnt an ein Format des großen Münchner Performancekünstlers Alexeij Sagerer, bei dem ich selbst einmal künstlerischer Gast sein durfte. Ich hab mein eigenes Ding, das ich mache und andere kommen dazu und das vermischt sich. Jedesmal zu etwas ganz Neuem. 
Meine Produktionen haben schon Anspruch. Aber ich hab überhaupt keine Lust darauf, mein Publikum mit elitärer Verkünstelung zu langweilen. Meine Sachen sollen unterhalten. Humor ist ein Trick, den ich jedem empfehle, haha!
Ich freu mich schon riesig darauf, wenn wir mit dem Projekt vor das Münchner Publikum treten.

Alle Informationen und Tickets zur Content Conference findest du hier.

Fotos: © Thomas Darchinger


kleines Zitat über TD

kleines Zitat über TD von Regisseur Anno Saul (Kebab Connection, Wo ist Fred?, München Mord, Charité, Reiff für die Insel, Die Novizin)

"Thomas Darchinger ist jedes Mal extrem gut vorbereitet, wahnsinnig freundlich am Set, sehr konzentriert und vor Allem uneitel. Der geht in die Tiefe, hört zu - eine coole Sau. Einer von den Schauspielern, die man unbedingt braucht, damit man die anderen ertragen kann.“

(Zitat aus der Süddeutschen Zeitung)

aktuelle Bilder von der DAS ANDERE LEBEN Lesetour

einige aktuelle Bilder von der Lesetour DAS ANDERE LEBEN (aus rechtlichen Gründen in der Regel ohne Publikum):

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Bilder vom Set zum ZDF Dreh "Hammerfreundinnen"

Bilder vom Set zum ZDF Dreh "Hammerfreundinnen":

most lovely director Christina Schiewe, und die Kolleg*innen Valerie Niehaus, Julia Maria Köhler, Marlene Morreis, Yasicetin Kaya und lastbutnotleast: Sir Stephan Grossmann!
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Jubiläum auf der "Wiesn": Die Kultserie "Die Löwengrube" wird gefeiert

Pressemitteilung zum 30Jährigen der Kult-Serie “Die Löwengrube”:


Thomas Darchinger auf dem Wiesn Empfang der “Löwengruben”-Schauspieler, Kult-Serie des BR von 1988-91:

"30 Jahre sind die Dreharbeiten zur Serie “Die Löwengrube” jetzt her. Das bedeutet für mich, dass ich seit 30 Jahren für Film und Fernsehen arbeite! Unfassbar lang kommt mir das vor.
Und was für ein Glück, da gleich am Anfang meines Weges in dieser grandiosen Produktion dabei gewesen zu sein, die damals zu Massen das Publikum verzückt und alle Preise abgeräumt hat. Dass ich überhaupt dabei war, lag an der Neugier und Durchsetzungskraft des unglaublich grandiosen Regisseurs. Rainer Wolffhardt hat mich damals im Theater besucht, auf Empfehlung von Sabine Schroth, einer fantastischen Casterin.
Und dann wollte Rainer mich sofort haben, obwohl ich alles andere als prädestiniert war. Ich hatte null Dreh-Erfahrung, kam aus der Avantgarde-Theaterszene und hatte noch nie eine Rolle auf bayrisch gespielt. Und da stand ich dann mitten unter lauter erfahrenen bayerischen Schauspielern und durfte ein wichtiger Teil dieses Mammut-Werkes sein, das Standards gesetzt hat.
30 Jahre heißt aber auch, dass leider viele von damals schon nicht mehr leben. Wie zum Beispiel Rainer Wolffhardt, Jörg Hube, Erich Hallhuber, Franziska Stömmer, Toni Berger, Gerd Fitz. Die sollten wir an so einem Tag nicht vergessen."

Darchinger spielte in dieser Familien-Chronik mit dem Untertitel “Die Grandauers und ihre Zeit” den Maxi Grandauer. Weitere Stars der Serie: Christine Neubauer, Hansi Kraus, Fred Stillkrauth, Gerd Anthoff, Michael Lerchenberg, Alexander Duda, Gisela Freudenberg, Timothy Peach, Monika Baumgartner uvm.

Was heute “Weissensee”, “Deutschland 83”, “Babylon Berlin” sind, war seinerzeit die “Löwengrube”. Eine Star-besetzte und aufwändig produzierte Serie mit dem Anspruch, auf spannende Weise Zeitgeschichte zu erzählen.

Vielfach ausgezeichnet und bis heute eine der besten Serien, die je in Deutschland produziert wurden.
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Thomas als DJ

DJ Thomas legt auf. Elektro mit Wumms und Melodie.
Termine
hier
DanceElectro DJ

Interview "Auf einen Moment"

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So groß bin ich gar nicht
ein Gespräch mit Thomas Darchinger

Berlin - 9. April 2019

Gespräch zwischen zwei Tassen Café

Fangen wir mit dem Negativen an. Letztens war in einer Kritik zu lesen “wenn selbst so namhafte Größen wie Thomas Darchinger den Film nicht retten konnten, dann war wohl schon das Drehbuch einfach nur schlecht”. War der Film wirklich so schlecht und woran lag es. An Ihnen?
Darchinger: (lacht) Auch wenn Ihre Frage ein provokanter Scherz ist: Man fragt sich immer, was man hätte besser, anders machen sollen, und man fragt man sich durchaus auch mal, ob ein anderer da nicht vielleicht sogar besser gepasst hätte für die Rolle. Abgesehen davon: Ob ein Film “schlecht” ist, kann ja einer alleine gar nicht entscheiden. In diesem konkreten Fall ging es um einen Tatort. Und Zuschauerdiskussionen nach einem Tatort werden ja fast so leidenschaftlich und widersprüchlich geführt, wie die über Fußballspiele. Ich finde, es war ein ordentlicher Tatort und niemand braucht sich dafür zu schämen.

Gibt es denn überhaupt zu viel Durchschnitt im deutschen Fernsehen?

Darchinger: das kann ich nicht verneinen. Aber es gibt überall zu viel Durchschnitt. Zu viele durchschnittliche Anwälte, Bäcker, Zahnärzte, Finanzbeamte, Automanager, Politiker. Insofern finde ich die Fragestellung zu wenig grundsätzlich. Vielleicht sind wir ja in erster Linie durchschnittlich und vielleicht ist das auch gut so. Das Besondere wird ja auch nur besonders dadurch, wie es sich vom Durchschnitt abhebt. Ohne Durchschnitt nichts Besonderes.

Jetzt machen Sie es sich aber zu einfach. Wo ist da der Anspruch auf das Höhere, Weitere?

Darchinger: ich hab ja nicht gesagt, dass man sich mit ‘schon okay’ zufrieden geben sollte. Aber wir müssen auch mal die Kirche im Dorf lassen. Das Besondere wächst nicht von den Bäumen. Oh, das war jetzt sehr ignorant tollem Obst gegenüber. (lacht) Was ich sagen will: damit man Teil von etwas Außergewöhnlichem ist, muß sehr sehr viel zusammenpassen. Und wenn es dann so kommt, dann fängt eine Sache plötzlich an zu fliegen. Tolle Dialoge lassen sich natürlich auch leichter toll sprechen und spielen. Tolle Kollegen machen einen auch selber besser. Ein Kameramann, der ein Bildgestalter ist mit Leidenschaft für die Schauspieler, die er vor sich hat, ein Kostümbildner, der weiß was er tut und der genau dann wenn es um die wichtigen Entscheidungen geht einen guten Moment hat und dann auch noch das Glück, dass der Regisseur ihm die besten Ideen nicht abwürgt und so weiter. Und wenn alles oder mindestens sehr viel davon zusammenkommt, dann hebt das Ganze ab. Dann knistert die Luft.

War das jetzt gender correct? Immer nur Männer. Kameramann, Regisseur…

Darchinger: ich finde die Bewegung für gleiche Chancen und Gestaltungs-Räume für Frauen extrem wichtig. Aber ich gestehe ich bin faul und mir ist es manchmal zu mühsam, die nötige Korrektheit in der Wortgestaltung einzuflechten. Wenn ich Regisseur sage, meine ich Frau und Mann. Für meinen Geschmack gehen wir solche Themen oft zu humorlos an. Wir verlieren uns in Wortklauberei und Kleinklein. Eigentlich möchte ich noch viel weiter gehen bei dem Thema. Nicht nur Frauen und Männer gleich behandeln. Ich möchte nicht nur eine Frau als Chefarzt im Film sehen, sondern auch eine schwarze Frau. Im deutschen Fernsehen und Film werden mir noch viel zu oft Rollenklischees von Vorgestern benutzt.

Bleiben dann noch genug Rollen für Sie übrig?

Darchinger: (lacht) wir werden sehen!

Sie vergleichen Filme machen oft mit Fußball spielen. Wieso?

Darchinger: Beides ist Teamsport. Bei Beidem muß man hart trainieren, sich durchbeißen, gegen alles mögliche, auch gegen das schlechte Momentum. Man muß sich zurückstellen für das Wohl der Sache und trotzdem so stark selbst präsent sein, dass man leuchtet. Spitzensport ist wie jede andere Spitzenleistung. Und im entscheidenden Moment sitzt der Trainer draußen und Du mußt liefern. Da hilft nur die beste Mischung aus Leichtigkeit und volle Kanne Mut und Power. Und wenn ein Fußballer einen Pass in den Raum spielt, kann er ganz schön doof ausschauen, wenn sein Mitspieler nicht antizipiert hat. Dann rollt der Ball ins Aus und jeder denkt: den hätte ich selber besser gespielt. Das ist beim Spielen auf der Bühne oder vor der Kamera genauso. Da muß man sich auch trauen, einen Ton in den Raum zu werfen, wo alle plötzlich blöd schauen. Aber ohne dieses Risiko erschaffst Du nicht die besonderen Momente. Du mußt einen raushauen und mit viel Glück spielst Du einen genialen Doppelpass.

Und jubeln Sie dann auch gemeinsam nach einer gelungenen Szene?

Darchinger: wenn alles gut läuft, liegt der Regisseur, oder die Regisseurin (!) am Boden vor Lachen oder hat sich in eine Ecke zum Heulen verkrochen, weil sie so berührt ist. Highfive gibts dann im Wohnmobil!

Wie oft passiert das im Jahr?

Darchinger: Kommt auf das Jahr an. (lacht)

A propos: Was ist das Absurdeste, dass Sie dieses Jahr bisher erlebt haben?

Darchinger: Ich habe gerade für eine Serie im Synchronstudio gestanden und die Paranoia der Produzenten und Verleiher ist inzwischen so groß, dass ich von der Synchronfirma im Vorfeld mit einem Tarnnamen angeschrieben wurde. Also der Name der Serie durfte nicht in der email vorkommen. Stattdessen ein erfundener Name. Die Serie hieß dann “Faith of Angels”, haha. Vor dem Studio mußte ich mein Handy in ein Schließfach sperren, dass das Studio auf Weisung des Verleihers anschaffen mußte. Ich darf Ihnen jetzt auch nicht sagen, was das für eine Serie war. Und ich kann Ihnen auch kein Selfie aus dem Studio zeigen. Ich sag nur so viel: Es wird ein großes Finale!

Jetzt machen Sie mich aber neugierig

Darchinger: ich sage kein Wort mehr.

Gut. Dann danke ich für das Gespräch!

Darchinger: sehr gern


Thomas Darchinger war gerade im Kölner Tatort “Bombengeschäft” zu sehen, spielt zur Zeit aber auch Theater, macht zahlreiche Lesungen und spricht Synchron. Seine website: www.tdarchinger.de . Darchinger ist auch auf Instagram https://www.instagram.com/thomasdarchinger_official/

Tatort - Bombengeschäft. Erstausstrahlung

Super Quoten, geht so Kritiken.
Oft laß es sich eher so:
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aber immerhin auch Mal so:
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Hier der link zur Mediathek:
https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3RhdG9ydC9lOTM2NGI3NS04MTNmLTQ4ZWEtYjJlMS1mMzUzMjI0ZmIyZDU/bombengeschaeft-oder-neuer-tatort-aus-koeln

und noch ein paar Bilder:
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der März Newsletterrrrrrr

https://mailchi.mp/f56fffa43665/thomasdarchingernews032019

zwei schöne neue Kritiken zu meinem SEITE EINS Theatersolo


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Bitterböse Mediensatire
Schauspieler Thomas Darchinger blickt hinter die Fassade des Boulevardjournalismus
erstellt am 14.01.2019 um 18:08 Uhr
Neuburg (ahl) Er lockt und schmeichelt, blufft, droht, ja erpresst sogar - Boulevardjournalist Marco tut alles für die Story auf Seite Eins seines Boulevardblattes.
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Der Münchner Schauspieler Thomas Darchinger brilliert in der Rolle des schmierigen Boulevardjournalisten Marco. | Foto: Hammerl
Deren Wahrheitsgehalt spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Dem Münchner Schauspieler Thomas Darchinger nimmt das Publikum im Neuburger Stadttheater die Rolle des schmierigen Journalisten rundum ab. Zunächst aber macht er auf seriös, wirbt um Vertrauen: "Würden Sie mir einen Gebrauchtwagen abkaufen? " Wobei "man das ja heutzutage nicht mehr sagt". Vielleicht, weil Autos nun übers Internet verkauft werden? Nein, Marco hat da seine eigene These - das Wort "Gebrauchtwagen" sei kontaminiert, wie so viele mittlerweile altertümlich anmutende "unschuldige Wörter".

Ein Mann, ein Smartphone - mehr braucht es nicht für rund 100 Minuten beklemmender Einblicke ins zynische Geschäft des Boulevards, der es schafft, Menschen quasi über Nacht bekannt zu machen und in der nächsten unsanft abstürzen lässt. Die Risiken sind hinlänglich bekannt - auch der jungen Sängerin Lea, die zwar ihr neues Album promoten, sich dafür aber nicht mit Marco und Konsorten einlassen möchte. Eigentlich. Wie es ihm dennoch mit Zuckerbrot und Peitsche gelingt, Lea zur Kooperation zu bewegen, erzählt Autor Johannes Kram in seiner bitterbösen Mediensatire "Seite eins". Und teilt dabei zwar vorrangig, aber nicht nur Richtung Boulevard aus.

Das Ein-Personen-Stück ist vielschichtig angelegt, spielt auf mehreren Ebenen und lässt mitunter rätseln, ob es als ernsthafte Gesellschaftskritik verstanden werden will oder als krasse Überzeichnung eines bestimmten Missstandes. Wenn Marco sein Tun rechtfertigt, indem er seriösen Journalisten nachsagt, sie nähmen ihre Leser nicht ernst, sondern "wollen Ihnen sagen, dass die Welt anders ist als sie ist, anders als Sie sie ja selbst erleben. Sie wollen Ihnen Ihre Wahrheit nehmen". Er spricht von Pseudoberichterstattung in Rentenpolitik, Integration, Krankenversicherung und Energiepolitik.

Als konkretes Beispiel führt er an, dass Zeitungen bei Straftaten oft keine Nationalitäten der Täter benennen, "weil das angeblich zu Rassismus führt" und fragt, ob es nicht vielleicht andersherum sei? Hier erweist sich Kram als Prophet - er schrieb die Komödie 2014, also vor der verschärften "Lügenpresse"-Diskussion. Wer die Kommentare des Autors, der übrigens Guildo Horn promotet hat, nicht kennt, könnte geneigt sein, Marcos Gedankengang hier zu folgen. Ebenso wenn er vom "Meinungskartell der Gutmenschen", Gleichmacherei und dem "Staat als Selbstbedienungsladen" spricht, der alle durchfüttert und niemanden Konsequenzen tragen lässt. Oder davon, dass die Gesellschaft immer mehr einer Kita gleiche, weil "heute jeder gerne alles machen möchte, aber keiner die Verantwortung für irgendetwas übernimmt" und immer jemand da sei, der aufpasst, dass niemand an die heiße Herdplatte fasst. Erhofft sich der Autor Widerspruch, wenn er seinem Antihelden solche Dinge in den Mund legt? Oder ist nicht doch etwas dran?

Letztlich sitzen alle in einem Boot, ob Star oder Sternchen, Leser, Boulevard- oder "echter" Journalist - Marco zieht hier Vergleiche zum Schönheitschirurgen, der ebenso wenig als echter Chirurg gelte. Und natürlich gäbe es ohne Leser keine Seite-Eins-Geschichten. Wie sie zustandekommen, erlebt das Publikum hautnah mit. Marco versteht sein Geschäft.

"Mein Geschäft sind Menschen", sagt er und klickt im psychologisch richtigen Moment auf dem Smartphone ankommende Gespräche weg, horcht Eventmanager aus, lässt seine Beziehungen spielen, um (vermeintliches) Hintergrundwissen zu sammeln, mit dem sich Lea locken oder erpressen lässt. Heraus kommt eine ganz andere Story als sich die junge Sängerin erhofft und das Publikum erwartet. Lea ist es nicht gelungen, ihr Privatleben herauszuhalten, doch der Schuss geht auch für Marco unerwartet nach hinten los. Worauf er den Kopf aus der Schlinge zieht, indem er dann noch eins draufsetzt.

Darchinger gelingt es, mit Charisma und hoher Bühnenpräsenz zu fesseln, den Spannungsbogen durchweg hoch zu halten und ganz sicher auch zum Nachdenken anzuregen.

© donaukurier.de

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Der Neuburger Thomas Darchinger bot mit „Seite 1“ im Stadttheater eine beeindruckende One-Man-Show als skrupelloser Boulevardjournalist.
VON 
ILSE LAUBER
 Für eine gute Story würde er, wenn nötig, seine Großmutter verkaufen – für einen Aufmacher auf der Titelseite wahrscheinlich sogar über Leichen gehen: Marco (Thomas Darchinger) ist Boulevardjounalist aus ganzer Überzeugung, skrupellos und manipulativ, einfallsreich und sehr kreativ im Umgang mit der Wahrheit. Diesmal hat er es auf die junge Musikerin Lea abgesehen, die gerade ihre erste CD veröffentlicht und noch nicht viel Erfahrung im Umgang mit den Medien hat. Gleich bei ihrer ersten Titelstory muss sie erleben, was einem so alles angedichtet werden kann, in diesem Fall eine Affäre mit dem vermeintlichen Sohn eines Großindustriellen. Doch damit nicht genug: Gnadenlos missbraucht Marco die Macht seines Massenmediums, als sie wenig Bereitschaft zur Kooperation zeigt – nach der Drohung, alte Nacktfotos zu veröffentlichen, willigt sie notgedrungen in die erwünschte Fortsetzungsstory ein.
Diese Episode, mit der die zum Teil verantwortungslose Maschinerie der Boulevard-Medien illustriert wird, ist aber nur eine Facette der Komödie „Seite 1“. Die „seriösen“ Medien seien auch nicht viel besser, meint Marco: Sie würden nicht zeigen, was ist, sondern was sein soll, sie sähen alles durch eine moralische Brille und würden nur ihrem Wunschdenken Ausdruck verleihen, zum Beispiel bei Themen wie der Integration. Angesichts der Spiegel-Affäre um den „fantasievollen“ Journalisten Claas Relotius, der in seinen Artikeln die Welt so gemacht hat, wie sie ihm gefällt, einer zuweilen tendenziösen Darstellung von Fakten oder gar von erwiesenen „Fake News“ ist dieses Thema aktueller und brisanter denn je.
„Die Gesellschaft ist eine große Kita geworden.“
Die Reflexionen des Autors Johannes Kram über das Medienbusiness, die Gesellschaft im Ganzen und die Politik sorgen dafür, dass das Stück nie eindimensional daherkommt, sondern vielschichtig und intelligent. „Die Gesellschaft ist eine große Kita geworden“, konstatiert Marco: „Wir wollen Gleichheit für alle und schaffen die Verantwortung ab!“
Auch dem Schauspieler Thomas Darchinger ist es ein Anliegen, die Mechanismen der Massenmedien zu entlarven: „Wir haben jeden Tag Umgang mit den Medien und lassen uns dabei schnell hinters Licht führen. Der großartige Autor Johannes Kram hat diesen prickelnden Stoff in pure Unterhaltung gepackt! Das ist genau das, wonach ich gesucht habe. Ich mag es, wenn Kunst etwas vermittelt, aber ich möchte dabei auch unterhalten“, sagt der gebürtige Neuburger, der seine Karriere am Münchner „pathos transport theater“ begann und Ende der 80er zum Film kam. Seitdem ist er aus der deutschen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken: In etwa 150 Rollen – häufig als Bösewicht in Krimis von den „Rosenheim-Cops“ und „Hubert und Staller“ bis hin zum „Tatort“ – zeigte er sein Können. Darüber hinaus war er aber auch an großen internationalen Kinofilmen beteiligt.
Was er als Bühnendarsteller kann, stellte Darchinger in Neuburg eindrucksvoll unter Beweis. Köstlich die Passagen, wo er sich über die „graublaubrüstige Wasserralle“ und ähnliche seltene, schützenswerte Tierchen aufregt, wegen denen große Bauprojekte scheitern können. Oder auch die Szene, wo er einen Artikel mit sämtlichen Anführungszeichen, Punkten, Doppelpunkten, Ausrufe- und Fragezeichen, Semikolons und Gedankenstrichen vorträgt, denn die sind für ihn das Wichtigste in einem Text – womit der Autor von „Seite 1“ nicht ganz unrecht hat.



 

Interview zu SEITE EINS im Straubinger Tagblatt

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Straubinger Tagblatt. 26. Januar 2019

Interview mit Thomas Darchinger zu seiner Theaterrolle im Solo-Stück “Seite Eins”
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„Seite eins“, wie charakterisieren Sie das Stück?

“Seite Eins” ist eine sehr geschickt geschriebene Komödie, in der die Zuschauer direkt erleben, wie Populismus funktioniert. “Marco” der Protagonist stellt ihnen Fallen. Meine Aufgabe als Schauspieler, der ihn verkörpert ist es, dass sie dann auch wirklich reintappen. Der Zuschauer fährt mit mir 90 Minuten Achterbahn.

Wie geht man an ein Ein-Personen-Stück ran?

Ich hatte mir vorgenommen: Wenn ich schon allein auf der Bühne stehe, dann will ich es auch so schlicht wie möglich. Wenig Requisiten, keine Musik, kein Schnickschnack. Es ist ein Schauspieler-Stück und lebt davon, dass ich auf der Bühne alles raushaue an Energie und Schauspielkraft, was geht. Darin liegt der Reiz. Ich wollte das Stück auch in einem für deutsche Theater eher ungewöhnlichen Tempo spielen. Flott, spritzig. Pure Unterhaltung im direkten Sinn des Wortes.

Sie werden als der „Lieblingsbösewicht des deutschen Films“ geführt. Wie gefällt ihnen die Auszeichnung? (warum ist es interessant, der Böse zu sein?)

Ach mei. Ich weiß nicht Mal, ob sie im Ansatz gerechtfertigt ist. Klar, ich hab dutzende Male den Mörder gespielt. Ich versuche, dabei keine Klischees zu bedienen, sondern echte Menschen zu zeigen. Die Trennlinie zwischen “normal" und kriminell ist oft ganz dünn im Leben. Und das reizt mich. Wobei es für meinen Geschmack zu viele Krimis gibt. Ich wäre froh, wenn ich öfter Mal den strauchelnden Familienvater spielen könnte. In einer Familienkomödie oder einem Familiendrama. Noch näher am Leben dran. Eigentlich bin ich dafür prädestiniert, aber die Caster sehen mich so scheinbar nicht. Kurioserweise bin ich bei meinen circa 150 Rollen aber sowieso fast nie von Castern besetzt worden, sondern meistens direkt vom Regisseur gewollt. Caster sind bei mir oft fantasielos. Ich weiß noch, wie eine Casterin gleich am Anfang meiner Karriere zu mir gesagt hat “Ihr Maxi Grandauer in der Löwengrube war grandios. Aber ich hab keine Ahnung, für welche Rollen ich Sie sonst besetzen könnte.” Das begleitet mich jetzt irgendwie schon mein ganzes Berufsleben. Wenn ein Regisseur nicht von sich aus sagt, "den Darchinger will ich haben", dann passiert da relativ wenig bei mir. Ich hab mich damit abgefunden. Ich spiele ja trotzdem sehr viel.

Journalismus mit "fake news"-Anschuldigungen und Debatten in sozialen Medien, teils oft unter der Gürtellinie, sind aktuell. Wie bezieht „Seite eins“ da Stellung?

Diese Kultur, sich im Internet unter der Gürtellinie öffentlich auszukotzen als Bürger, erschreckt mich natürlich genauso wie Sie. Unangenehme Wahrheiten einfach als Fake News abzutun, ist billig und bringt uns nicht weiter. Ich glaube, wir brauchen viel mehr das Bedürfnis, uns gegenseitig zu bereichern mit unseren Ansichten, miteinander für bessere Lösungen zu ringen, statt aufeinander einzudreschen. Dieser Wesenszug der Demokratie ist mir in letzter Zeit deutlich zu kurz gekommen. Anerkennen, dass ein anderer mit einer anderen Meinung einer Bereicherung ist und keine Bedrohung. Dass wir nur gemeinsam die Dinge verbessern können. Da haben wir Bürger uns zu sehr in die falsche Richtung entwickelt, aber auch die Politiker und die Medien. Mir geht es zu viel ums Recht haben und zu wenig ums Zuhören. Und mir geht es eindeutig auch zu viel darum, dieses Recht-haben-wollen mit allen Mitteln durchzusetzen. Mit gezielten Lügen und Diffamierungen.
Wir brauchen die Bereitschaft, uns wirklich mit Dingen auseinanderzusetzen. Eine Meinung zu haben ist keine Kunst. Sich wirklich mit etwas zu beschäftigen, kommt mir viel zu kurz.
In “Seite eins” wird natürlich auch vorgeführt, wie geschickt wir von Populisten manipuliert werden. Diesem Vorwurf müssen sich auch bestimmte Medien stellen.

Warum stehen Sie gern auf der Bühne vor Publikum, nicht nur vor der Kamera?

Die Leute direkt zu spüren, mit ihnen gemeinsam so einen Ritt zu machen, das ist natürlich toll. Ich möchte die Leute gut unterhalten. Und als “Marco” eben auch verführen und mit ihnen jonglieren. Da ist nichts so unmittelbar und schön, wie das Theater.

Interview zum Jahresende 2018


Thomas_Darchinger_Kult122018

Der Schauspieler Thomas Darchinger blickt auf das Jahr 2018
Herr Darchinger, das Jahr 2018 lief ziemlich gut für Sie, stimmts?
Ja, sehr gut eigentlich. Meine Agentin war ein bisschen unzufrieden, weil ich zu wenig Zeit zum Drehen hatte, aber sonst war es ziemlich gut. Mein Solo-Theaterstück kommt sehr gut an, meine musikalisch begleitete Lesung, die ja auch eine Demokratiekampagne ist, ist enorm erfolgreich, mit meiner eigenen Initiative “Gut, Mensch!” sind wir in einer Top-Location, haben spitzen Gesprächsgäste und ich habe das Gefühl, ein kleines bisschen kann ich mit meinen Sachen etwas bewegen, für die Welt. Ein wirklich kleines bisschen nur, aber immerhin.
Na dann fragen wir doch gleich Mal, wie lief das Jahr 2018 für die Welt aus Ihrer Sicht?
Ich finde es großartig, dass sich wieder viele Menschen für die Mitgestaltung der Gesellschaft interessieren. Es gibt Demos, unzählige Initiativen. Da sind fantastische Sachen dabei, die einem sehr viel Hoffnung geben können. Ich denke, nach wie vor, wir Menschen haben es drauf. Aber, ja leider aber, fürchte ich, die Kapitalmärkte und die Groß-Industrien haben sich inzwischen so verselbstständigt, dass wir die als Bürger und besonders als Konsumenten nicht mehr einfangen können. Müssen wir aber. Ohne ein radikales Umdenken in der Wirtschaft, ohne einen Systemwandel in der Gesellschaft fahren wir die Lebensbedingungen für den Menschen auf der Erde an die Wand. Und das geht inzwischen so rasant schnell, dass wir auch rasant schnell handeln müssen. Die Politik braucht dazu eine klare Botschaft von der Straße: Wir wollen den Wandel. Zieht ihn durch, jetzt. Die Politik wird massiven Gegenwind von den derzeit etablierten starken Kräften bekommen. Das können die nur anpacken, wenn sie sich eines Rückhalts durch die Bevölkerung sicher sind.
Wie meinen Sie das?
Es wird einschneidende Änderungen geben müssen. Das wird natürlich als Allererstes genau die Märkte betreffen, die bisher rücksichtslos ihrer Profitgier gefrönt haben. Wir machen uns oft aus Bequemlichkeit und Gewohnheit ein viel zu unscharfes Bild davon, wie die Dinge wirklich laufen. Ich bin weder Kommunist noch jemand, der sich an Bahngleise kettet, noch jemand der an Verschwörungstheorien glaubt. Ich halte mich für einigermaßen bodenständig von der Denke her. Aber wir müssen die Augen aufmachen. Die Profitgier der ganz Großen legt mit einem fast unwirklich erscheinenden Tempo eine Zerstörung der Balance in der Natur an den Tag, dass wir sehr dringend, sehr konsequent die Kurve kriegen müssen. Wir wollen doch, dass unsere Enkel auch noch hier leben können. Und zwar nicht nur in wenigen verbliebenen Reservaten, die habitabel geblieben sind, sondern doch bitte überall. Wir können doch nicht einfach zulassen, dass beispielsweise Hamburg und alles Küstennahe im gestiegenen Meer versinkt. Nur um Mal ein Bild zu bringen, was wirklich auf uns zukommt.
Sie haben sich als Künstler programmatisch sehr klar aufgestellt. Respekt.
Ja, danke. Aber ging einfach nicht mehr anders. Ich will meine künstlerische Kraft möglichst sinnvoll einsetzen. Ich kann nicht noch 30 Mal den Mörder in einem x-beliebigen Krimi-Format spielen und nichts weiter tun. Schauen Sie, meine Arbeit ist ja nicht uninteressanter geworden. Im Gegenteil. So wie es jetzt ist, erfüllt es mich total. Ich spiele tolle Rollen, die für mich wirklich Sinn machen. Klar, ich versuche, meinen vollen Terminkalender im nächsten Jahr so zu optimieren, dass ich auch wieder drehen kann. Schließlich gibt es ja auch tolle Filme, bei denen ich gerne dabei wäre.
Wie finden Sie denn die TV- und Kinoproduktionen, die zur Zeit so in Deutschland entstehen?
Also da sind Sachen dabei, die sind unglaublich gut. Mit einer Mischung aus Anspruch, auch an den Inhalt, und trotzdem extrem guter Unterhaltung. Das haben wir ja lange Zeit nicht so besonders hinbekommen. Aber da wächst eine neue Generation nach, die mir sehr viel Hoffnung macht. Mit denen möchte ich unbedingt arbeiten. Und es gibt auch fantastische junge Kolleginnen und Kollegen. Einige von denen sind mit Anfang Mitte zwanzig schon so weit, so weit war ich damals lange nicht. Das ist toll. Diese starken Erzählformate, die jetzt kommen, da fühle ich mich Zuhause. Auf die hab ich lange warten müssen. Jetzt will ich sie auch machen!
Weil sie schon die jungen Kollegen erwähnen. Haben sie Tipps für die parat?
Nö, die wissen sehr genau was sie tun, scheint mir. Nicht abheben, hart arbeiten, Spaß bei der Sache haben, Vertrauen schenken und annehmen, kreativ alle Räume suchen und ausschöpfen. Kein netter, handwerklicher Erfüllungsgehilfe für die Branche sein, sondern ein eigener kreativer, freier Kopf. Muß ich denen aber nicht sagen, das wissen die wie gesagt schon.
Dann wünschen wir Ihnen doch ein erfolgreiches Jahr 2019!
Danke!
Haben Sie selbst noch Wünsche für das kommende Jahr?
Ich wünsche der Welt Entschlossenheit und ein gutes Miteinander. Wir müssen alle, auch die Leute in der Politik besser darin werden, die Vielfalt als Geschenk zu sehen. Als Schatztruhe. Lebendiger Austausch von Ideen für die besten Lösungen. Keine lächerlichen Hickhack- Shows mehr! Kein Hauptsache ich gewinne. Auch nicht in Talkshows. Dann sind wir schon einen Riesen Schritt weiter.

SEITE EINS Kritik

und noch eine der vielen schönen, guten Kritiken zu SEITE EINS. Diesmal vom Gastspiel in Ingolstadt:
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Interview im Donaukurier zu "Seite eins"

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interview im Magazin "Föhn"


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Interview in "Das Haus"

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Lieblingsfilme und Gott und die Welt


Februar 2018

MEINE FILME


Herr Darchinger, wir würden gerne Mal von Ihnen erfahren, welche Filme Sie am Meisten geprägt haben.
Und gehen wir überhaupt richtig in der Annahme, dass ein Filmschauspieler auch Cineast sein muß?

Ich kann da nur für mich sprechen. Klar bin ich Cineast. Ich liebe es, wie im Kinofilm Geschichten erzählt werden können.
Da bin ich süchtig. Was mich allerdings komplett kalt läßt, ist Fernseh-Unterhaltung. Es gibt ja viele Kollegen,
die TV-addicted sind. Da bin ich raus. Nullkommanull mein Ding. Mir hat sich die Faszination von
Fernsehshows usw. nie erschlossen. Im Gegenteil. Finde ich total öde.

Ob das Ihre Arbeitgeber gerne hören?

Ich glaub jetzt nicht, dass ein Spielfilm-Redakteur bei einem Sender zum Vorstellungsgespräch seine Lieblings-Unterhaltungssendungen aufzählen mußte.
TV-Filme und -Serien sind eine eigene Sparte. Die sind ja nicht doof. Die können das schon unterscheiden. Und wenn man sich anschaut,
was sich im Serien-Bereich tut, da kann man doch nur froh sein. Insofern ist Fernsehen schon cool, auch für mich.
Es gibt ja auch grandiose Dokumentationen. Wenn ich ehrlich bin, findet das bei mir aber leider nicht wirklich statt, dass ich mir die anschaue.
Ich schau einfach wahnsinnig wenig fern. Lineares Fernsehen ist bei mir schon aus meinem Leben raus. Mediatheken sind die Zukunft, denke ich.
Das kann ich aber nicht sagen, ohne gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass da erst noch ein vernünftiger rechtlicher Rahmen für die Urheber
gefunden werden muß. Mediatheken sind ja heute oft noch auf eine falsche Weise "frei", sprich da fließt nichts an die Urheber. Das geht natürlich nicht.

Ist es für einen Schauspieler wichtig, dass er sich auch außerhalb seiner eigentlichen Tätigkeit Gedanken macht?

Was heißt für einen Schauspieler? Das ist für jeden wichtig. Die Demokratie ist unsere Möglichkeit, mitzugestalten. Das läuft nicht von alleine.
Wenn man die da Oben einfach machen läßt, dann vergessen sie, dass es uns und unsere Interessen gibt. Da muß man als Bevölkerung
ständig präsent sein. Sonst wird man über den Tisch gezogen. Die Welt ist ja nicht Friede-Freude-Eierkuchen, weil es Demokratien gibt.
Die Demokratie ist nicht die Lösung der Probleme. Sie ist nur eine Möglichkeit, dass wir als Bevölkerung bei der Lösung nicht übergangen werden.
Wenn wir uns da einlullen lassen und nur noch Konsumenten sind, sind wir selber schuld, wenn uns diese Möglichkeit wieder abhanden kommt.
Also klar mach ich mir Gedanken.

Und wohin führen die?

Für mich ist ganz entscheidend, dass wir schnell ein kraftvolles Gegengewicht zu den Turbo-kapitalistischen Entwicklungen auf die Beine gestellt bekommen.
Große Unternehmen haben ganz eigene Interessen. Und das ist auch legitim. Aber es ist meiner Meinung nach völlig falsch, zu glauben,
dass diese Interessen sich eins zu uns mit unseren eigenen als Bevölkerung decken. Laßt die Mal machen, dann wird das schon. Das geht voll in die Hose.
Die Globalisierung rein auf das Wirtschaftliche gesehen durchzuziehen ist ein riesen Fehler.
TTIP Verhandlungen im Geheimen zu führen und dann sitzen da nur Wirtschaftsleute in den Gremien, das geht gar nicht. Der komplett falsche Ansatz.
Eine Verflechtung der Kulturen - und darum geht es doch, sonst gibt es nur Ausbeutung und Krieg - die findet nur statt, wenn man die Leute mit in die Gremien holt,
die dazu was zu sagen haben. Soziologen, Philosophen, Kulturschaffende.
Wenn die Globalisierung nicht die Globalisierung der Menschen wird, wenn man sich da nur auf die Wirtschaft verläßt wie bisher, dann passiert genau das,
was wir gerade sehen: Die Leute machen da nicht mit. Überall blüht die Sehnsucht nach Nationalismus auf. Das kommt doch nicht einfach so.
Das ist das Ergebnis davon, dass man den falschen Kompetenzen die Handlungen überläßt. Ich wäre dringend für einen starken Welt-Kultur-Rat.

Welche Filme würde dieser Kultur-Rat denn empfehlen?

Da wäre ich auch gespannt! Filme können ja schon auch was verändern. Genauso wie Sport. Die Kraft von Kultur und Sport kann Grenzen auf eine Weise überwinden,
wie es die Wirtschaft nie könnte. Tschuldigung, dass ich da noch ein Thema aufmache, aber genau deswegen muß auch Olympia aus dem Kommerz raus.
Die Idee von Olympia ist grandios. Hätte eine enorme Kraft, die wir auch gebrauchen könnten. Aber der IOC heute ist ein Wirtschaftsunternehmen und
hat meiner Meinung nach alles verspielt, was an Zauber da war.
So, jetzt hab ich genug zu allen möglichen Themen gescheid daher geredet. Wollten Sie mich nicht eigentlich nach meinen Lieblingsfilmen befragen?

Na dann mal los!

Also geprägt hat mich als Kind natürlich "Winnetou". Old Shatterhand, der Held, der fasziniert von der fremden Kultur ist, weltoffen, ein Guter.
Winnetous Schwester ist aber viel zu früh gestorben. In die hätte ich mich als Junge gerne verliebt, aber die war gleich weg.
Als Jugendlicher dann aber so Sachen wie "Die bleierne Zeit" von Trotta und natürlich die Fassbinder Filme!
"Die Dinge des Lebens" von Sautet mit Piccoli und der Romy Schneider. "Fahrenheit 451", Truffaut. "Les Mepris", Godard. Fellini natürlich. "8 1/2", ein Meisterwerk.
"Manhattan" von Woody Allen. "Taxi Driver", "Apokalypse Now". "Die 3 Tage des Condor". "Fitzcarraldo" natürlich. "Chinatown". Später dann "Short Cuts" vom grandiosen
Robert Altmann, "Night on Earth", "Big Lebowski", "American Beauty" und "Magnolia", "Heat", "Natural Born Killers", "Wild at Heart", "Time of the Gypsies". "Analyse this",
"Out of sight" von Soderbergh. "Auf der Flucht" mit Harrison Ford, grandiose Thriller-Unterhaltung. Wahrscheinlich überhaupt mein "guilty pleasure"-Lieblings-Genre.
Jetzt hätte ich fast "Der unsichtbare Dritte" vergessen. Den hab ich 20mal gesehen, wenns reicht.

Danke!

Bitte.

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Wort zum Sonntag


"Es gibt meiner Meinung nach nur ein paar Regeln, die wirklich wichtig für einen Schauspieler sind:
neugierig sein auf das Wirkliche, im Moment sein, Mut zur Schwäche haben, Alles für möglich halten, das Geheimnis für sich behalten und nie zu glauben, dass man das selbst alles schon geschafft hat"
(Thomas Darchinger)

BR Sonntags-Stammtisch

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Meine Woche

SZ EXTRA - Meine Woche
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Darchingers Reisen

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Pressestimmen zu Darchinger bei der bundesweiten Schulveranstaltung DAS ANDERE LEBEN

www.dasandereleben.de



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"schlicht großartig!" "…tief bewegend…"
"…Darchingers flammender Appell verhallt nicht ungehört…"



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"… ein großer Schauspieler und ein großer Musiker widmen sich einer großen Sache. Tiefe Verbeugung!…"


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"Die komplettesten 90 Minuten Geschichts- und Sozialkunde-Unterricht, die ich mir vorstellen kann. Unersetzlich!"



"... Bei allem Respekt vor Veranstaltungen mit Zeitzeugen muß ich sagen: diese von Thomas Darchinger und Wolfgang Lackerschmid künstlerisch herausragend umgesetzte Lesung mit Musik
hat eine noch deutlich stärkere Wirkung, eine noch nachhaltigere Kraft ..."



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pastedGraphic "Meisterhaft!" pastedGraphic

"Der Inhalt ein Muss. Die künstlerische Darbietung allerhöchstes Niveau. Die Wirkung fulminant"


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"besser kann man es nicht in Worte fassen"

"Die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer waren auch Stunden später noch vom Eindruck überwältigt"


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"Die Veranstaltung war nun zum dritten Mal an unserer Schule. Und meine Begeisterung darüber wächst und wächst. Darchinger und Lackerschmid sind ein Geschenk für unsere Schüler, für das man nicht dankbar genug sein kann"



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Bericht über DAS ANDERE LEBEN im "saarländischen Rundfunk"


 
 

im TV Talk

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übersicht


Kurzbiographie Tagebuch
kleine Auswahl an
Interviews/Presseinfos
Ausstrahlungstermine - newsletter
Tipps und Trends
Autogrammkarte per Post oder als Downlowd
Bilder von Darchinger auf
Veranstaltungen
Hinweise zu
Partnerschaften und speziellen (z.B. wohltätigen) Engagements
Viel Spaß!
ausstrahlungstermine:
Man kann einen newsletter erhalten zu Thomas Darchingers Ausstrahlungsterminen:
Zuerst unter http://www.fernsehen.ch/myprogramm/newaccount.php registrieren. Dann unter http://www.fernsehen.ch/actors/letter/D/ links neben Thomas Darchingers Namen den grünen Stern anklicken. Fertig. Falls Thomas Darchinger einmal nicht in der Liste erscheinen sollte, dann deshalb weil dann innerhalb der nächsten 14 Tage kein Film mit ihm läuft.
autogrammwünsche an die agentur: thomas darchinger c/o agentur scenario rambergstr.5 80799 münchen
oder hier per e-mail anfordern (ich schicke per Post, Gebühr zahlt der Empfänger) Außerdem: weiter unten auf dieser Seite gibt es ein signiertes Foto als Download.
Darchinger auf facebook:facebook_icon
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kurzbiographie
Geboren wurde ich am 5. Mai 1963 in Neuburg an der Donau. Mein Großvater bestand immer darauf, dass die exakte Uhrzeit meiner Geburt 5 Uhr und 55 Minuten war. 5.5. um 5.55 Uhr. Ein Schnapszahlenkind und ein Europakind, was ihm - als Kriegsgebeutelten - auch immer sehr wichtig war, denn der 5. Mai ist Europatag. Ein in Schnaps getauftes Kind des Friedens also ... weiter
Vita als pdf zum Downloaden.
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presse:
(leider nur eine sehr kleine auswahl)
pressekontakt: presse(at)tdarchinger.de
"Thomas Darchinger ist als Film- und Theaterschauspieler einen konsequenten Weg gegangen. Er hat mit einigen der besten Theatergruppen der Welt gearbeitet,
hat in zahlreichen preisbedachten TV-Produktionen mitgewirkt und steht inzwischen auch des öfteren bei internationalen Kinoprojekten vor der Kamera.
Darchinger hat sich aber auch als kreativer Kopf bei zahlreichen Bühnenprojekten ausgezeichnet.
So zum Beispiel als Autor und Regisseur seiner eigenen Theatergruppe "d-formation".
Nicht zuletzt deswegen wurde er unter anderem 1998 zum "Talent des Jahres" gekürt."
Darchinger kann auf über 100 Rollen für Film und Fernsehen zurückblicken, von denen einige Preisbedacht sind (Adolf-Grimme-Preis, Bayerischer Fernsehpreis, Deutscher Fernsehpreis uvm). Er selbst hat - zusammen mit den anderen Hauptdarstellern der "Löwengrube" 1992 den "Adolf-Grimme-Preis" erhalten.
Mit dem Fußball-verrückten Kultformat "WIR ELF" hat Darchinger eine Leidenschaft zu einer Internet-Show gemacht, die von Erfolg zu Erfolg rast (
www.wir-elf.com).
Darchinger ist als Botschafter für "Stars of Tomorrow" tätig (siehe oben).
Die Presse schreibt über ihn: "... Thomas Darchinger ist einer der Lieblingsbösewichte im deutschen Film ..." "... Seine Spielweise ist die eines großen Charakterdarstellers ..." "... Darchinger ist großartig! ..." "...Darchinger packt einen da, wo man sein Innerstes sonst abzuschotten versteht...exzellent ..." "... betörend ..." "... er zeichnet einen schillernden Verbrecher aus Liebesunfähigkeit ..." "... begabt, bissig, schlicht brilliant ..." "... seine klare, starke, bewegende Zartheit zieht einen in den Bann ... unbedingt hingehen ..." "... Darchinger als abgründiger Normalbürger: exzellent ..." "... mit Darchinger herausragend besetzt ..." "... Darchinger spielt einen Grenzgänger der Liebe, mit erschütternder Intensität ..." "... brüllend komisch ..." "... ein aalglatter Teufel,der einem die Gänsehaut über den Rücken treibt ..." "... einer der es kann und dabei ganz uneitel geblieben ist... " "... ein Star ohne Allüren ..." (Auszüge aus Süddeutsche Zeitung, Münchener Merkur, tz, Abendzeitung, Prinz, Applaus, Die Welt, Radio Gong, u.a.).
Hier ein link zu red carpet Fotos (kleine Auswahl)
auf dieser seite:
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TV (kleine Auswahl):
Cinema for Peace - Interview red carpet [Berlin, 2009]i_film(DSL schnell), i_film (DSL mittel)
TVM Reportage über U43 [München, 2003] i_film
Kleiner Ausschnitt aus der Talkshow "Das!" [Hamburg, 2004] i_film
Kleiner Ausschnitt aus der Talkshow "Viererkette" [München, 2006] i_film
Kleiner Ausschnitt aus "Blondes Gift" [München, 2005] i_film
Kleiner Ausschnitt aus dem "ARD Morgenmagazin" [Köln, 2008] i_film
Radio (Beispiel):
radio charivari interview 2008
Print (kleine Auswahl):
interviews und portraits 2015:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/in-rollen-reindenken-koepfen-mit-koepfchen-1.2639528
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interviews 2014:
http://monaco-de-luxe.de/interview-mit-thomas-darchinger/
http://www.european-laissez-faire.eu/pages/interview-thomas-darchinger
http://www.bayerische-kultserien.de/Interviews/InterviewDarchinger.html
(sorry für die Lücke von 11-13, wird demnächst eingepflegt)
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zu Gast bei "Eins zu Eins der Talk", Bayerischer Rundfunk

01 EINS ZU EINS DER TALK

die BILD. mit mir. und eine andere olle Kamelle

Bild Hamburg vom 8. SeptemberM Merkur Interview 1004

auch. aber wenn ich schon Mal neben Leo di Caprio stehe...

oid aber muß hier rein.

interview sz wor 2013

tz Interview in Sachen Leidenschaft für den FC Bayern. Mit Kollege und Kumpel Götz Otto

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mein Interview für die "Aktion gute Schule"

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nicht das Neueste aber nett:

TD_zapitano2013

schönes feedback

Die Weihnachtslesung läuft wunderbar - außer dass ich gerade dabei bin, eine Fetzen-Erkältung zu kriegen - volle Säale und tolle Resonanz, auch von er Presse:


"Meister der feinen Töne", "... so eindringlich, so dicht und nacherlebbar, dass man begeistert sein musste...", "Darchinger versteht es hinreißend, die verschiedenen Charaktere vor dem geistigen Auge des Zuschauers entstehen zu lassen. Man merkt schnell, warum der Mann, der bislang schon in über 150 Filmen mitgewirkt hat - zum Großteil übrigens als Bösewicht - eine der bekanntesten und erfolgreichsten Erzähl- und Sprechstimmen des Landes ist. Er beherrscht seine Stimme wie ein fein abgestimmtes Werkzeug und versteht es scheinbar mühelos, die totale Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln"



DFE Garmisch 2016

Alex

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Soko, 2:1

Am Donnerstag ist die Soko-Stuttgart Folge mit mir gelaufen. Wer sie noch ansehen will:
https://www.zdf.de/serien/soko-stuttgart/hakuna-matata-102.html


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Und am selben Abend stand ich live auf der Bühne, als Moderator der Preisverleihung zum "2:1 Kunstpreis 2016"
Bildschirmfoto 2016-11-19 um 14.07.36

DIE HIMMLISCHE TAFEL

wunderbare Lesung zusammen mit dem Autor:
Beim Münchener Literaturfest war ich zusammen mit dem fantastischen Autor Donald Ray Pollock auf der Bühne. Wir haben im Gasteig einige Passagen seines neuen Buches DIE HIMMLISCHE TAFEL gelesen.
Kaufempfehlung!
moderiert wurde die Veranstaltung von BR Mann Knut Cordsen. Voilà:
LesungPollock

TATORT Jubiläum

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM TATORT JUBILÄUM.
Von 1000 Folgen war ich immerhin 5 Mal dabei.
Natürlich immer auf der "falschen Seite" ;-)
Hier Mal vier 4 Bilder:
TATORT4IMG_5704Bildschirmfoto 2012-01-23 um 13.44.17IMG_0314

was jetzt

WILLKOMMEN BEI DEN HARTMANNS läuft grandios, ich freu mich auf die Lesung mit Donald Ray Pollock, die Erstausstrahlung der SOKO STUTTGART Folge "HAKUNA MATATA" am 17.11., die Lesetour in Niedersachsen, die Vorbereitungen zu den Dreharbeiten meines Doku-Projekts in MAROKKO und meine Weihnachtslesungen. Volles Programm noch bis Weihnachten. Stay tuned!
sokoimage001Bildschirmfoto 2016-11-11 um 11.26.05

A GMADE WIESN, mein bayerisches Bühnenprogramm

Hier zwei aktuelle, wie ich finde recht schöne Vorankündigungen zu A GMADE WIESN. Die November-Veranstaltungen sind - wieder einmal . ausverkauft, wie alle anderen davor auch. Ein Traum! Ich danke allen Zuschauern!:
LAZeit:RottenbAnzGmadeWiesn1NovBlickpunktINGGmadeWiesn

Pressezitate

Hier ein paar knappe Pressezitate, die mich schon sehr stolz machen, auch wenn man gut beraten ist, auf seine eigene Stimme zu hören und sich nicht von Komplimenten einlullen zu lassen:

" … Seine Stimme ist sein Werkzeug, mit der er sein Publikum verzaubert …  Darchinger zieht die Zuhörer auf Anhieb in seinen Bann. Er versteht es, die verschiedenen Charaktere übergangslos vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen … hundsbegabt, dieser inzwischen 50 jährige Charakterschauspieler aus Bayern …einer der wenigen deutschen Mimen, die es auch immer wieder in große ausländische Kinoproduktionen schaffen ..."
(Münchener Merkur)

"… einer der Lieblingsbösewichte im deutschen Film!…"
(Süddeutsche Zeitung)

"Darchinger ist einer der großen deutschen Schauspieler"
(Saarländischer Rundfunk)


"… umwerfend, Darchinger packt uns an Bauch und Kopf und nimmt uns mit auf einen Schüttelparcours der Gefühle. Wie er das macht, das ist ganz großes Tennis!…"
(Bayerischer Rundfunk)

"Darchinger injiziert uns die Geschichte direkt unter die Haut. Ein unglaublich intensives Erlebnis."
(Hannoversche allgemeine Zeitung)



im Oscar Rennen!

Unfassbar grossartig!
Regie-Ikone Andrei Konchalovsky (so wird er auch geschrieben:
Andrei Sergejewitsch Michalkow-Kontschalowski) hat für seinen Film PARADISE nicht nur den SILBERNEN LÖWEN bei den Filmfestspielen in Venedig bekommen, der Film wird auch von Russland in das Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film geschickt.
Wow!
Hier ein Bild vom roten Teppich vor der Weltpremiere in Venedig im September 2016:

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auf Lesetour

aktuell bin ich mit Jazzikone Wolfgang Lackerschmid (www.lackerschmid.de) auf Lesetour. Zur Zeit beackern wir zwei Wochen lang Niedersachsen. Im Anschluß gehts ins Saarland.

Lesung SaalBildschirmfoto 2016-09-26 um 21.49.45

Portrait in der Süddeutschen Zeitung

Bildschirmfoto 2016-09-26 um 08.52.48In Rollen reindenken - Köpfen mit Köpfchen - Süddeutsche.de
8. September 2015, 18:56 In Rollen reindenken
Köpfen mit Köpfchen
Thomas Darchinger ist einer der Lieblingsbösewichte im deutschen Film - jetzt spielt er den Schichtl
Von Thomas Becker
Noch geht's nicht auf beim Schichtl. Bevor in der Schaustellerstraße 54 bald wieder die Köpfe rollen, haben auf der Theresienwiese noch die Bauarbeiter das Sagen und nicht der wortgewaltige Schichtl alias Manfred Schauer. Und der, der nun den Leonhard Schichtl auf die Volkstheaterbühne bringt, sitzt tiefenentspannt ein paar Meter weiter bei einem kühlen Augustiner und erzählt von seiner ersten prägenden Bühnenerfahrung - im Schultheater. In "Polly oder Die Bataille am Bluewater Creek", einer Persiflage auf die "Dreigroschenoper", spielte Thomas Darchinger einen Piraten, der am Schluss geköpft und dessen Kopf über die Bühne getragen wird. Wenn er am Mittwoch im Theater Gut Nederling am Westfriedhof Premiere mit dem Stück "Auf geht's beim Schichtl" feiert, schließt sich da sozusagen der Kreis der
verlorenen Köpfe.
Darchinger, Jahrgang 1963, geboren in Neuburg an der Donau, aufgewachsen in Herrsching, hat in Film und Fernsehen schon so oft den Mörder gegeben, dass man ihn als den Lieblingsbösewicht des deutschen Films bezeichnen könnte. "Ich bin wahrscheinlich im Leben zu nett - und deswegen der ideale Bösewicht, weil man mir den bad guy nicht gleich ansieht", mutmaßt er mit verschmitztem Lächeln über dem grau melierten Zwölf-Tage-Bart. Aber im Ernst: Wie kommt es, dass er meist als finsterer Geselle besetzt wird? Nun wird dieser so fröhlich wirkende Mensch wirklich ernst: "Mir sind gewisse Abgründe durchaus vertraut. Das hat mit meiner Kindheit zu tun. Die war schon eher düster. Ich kann in die Tiefen der Seelen hineinschauen und mir solche Bedürfnisse, die nicht für jeden verständlich sind, zugänglich machen." Zwei Therapien hat er gemacht, um damit umgehen zu können, was in der Kindheit passiert ist, mehr sagt er nicht dazu. Nur noch so viel: "Raus aus der Leidenspassivität, rein in den aktiven Umgang damit - auch ein guter Schritt, um ein noch besserer Schauspieler zu werden." Dabei ist er schon ein guter.
In mehr als 130 Filmen hat Darchinger in den vergangenen 25 Jahren gespielt, internationale Produktionen an der Seite von Jean Reno, Melanie Laurent und Tom Schilling, aber auch "Tatort", "Polizeiruf 110", "Rosenheim Cops" und "München 7",
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dazu zig Synchronsprecher-Jobs. 1992 gab es gleich mal den Grimme-Preis, mit den Kollegen von der "Löwengrube", wo er den Maxi Grandauer spielte. Regisseur Rainer Wolffhardt hatte ihn beim Pathos Transport Theater entdeckt, wo Darchinger sechs Jahre lang spielte, mit "d-formation" eine eigene Gruppe gründete und selbst Stücke schrieb. "Da habe ich viel von meinen dunklen Seiten kreativ umgesetzt, zum Beispiel in ,Amokläufe', ein regelrechtes Weltuntergangs-Stück."
Nach dem Abi jobbte er vier Monate als Schlafwagenschaffner, um Geld für einen Amerika-Trip zu sparen. Er wusste, dass er keinen ordentlichen Beruf ergreifen und auf keine Schule mehr gehen würde - sehr zur Freude seiner Mutter: "Sie hat es gehasst, dass ich Schauspieler werden wollte und gesagt: ,Auf dich werden's gewartet haben' - ein Satz, der mich lange verfolgt hat." Er sah sich als Außenseiter, hat Jahre gebraucht, bis er sich in der Branche dazugehörig fühlte. "Ich dachte immer: ,Die brauchen mich eh nicht'. Die Mitgliedschaft in der Deutschen Filmakademie hat mich da stark verändert. Ich wusste gar nicht, dass ich so geschätzt bin." Regisseur Edward Berger ("Mutter muss weg", "Jack") sagt über ihn: "Ein gewissenhafter Arbeiter. Einer, der macht und tut, um eine Wahrheit hinter der Rolle herauszufinden. Er könnte nicht vor die Kamera treten, ohne zu wissen, was er da tut." Und Kollege Anno Saul ("Kebab Connection", "Wo ist Fred?") sagt: "Ich arbeite mit ihm seit 2001, und er ist jedes Mal extrem gut vorbereitet, wahnsinnig freundlich am Set, sehr konzentriert und vor allem uneitel. Der geht in die Tiefe, hört zu - eine coole Sau. Einer von den Schauspielern, die man unbedingt braucht, damit man die anderen ertragen kann."
Ein entscheidender Mann bei Darchingers Karrierestart war Reinhard Hauff. Er besetzte den vom Theater gekommenen Eleven in einer Romanverfilmung von Sigi Sommer: "Mit den Clowns kamen die Tränen". Darchinger spielte einen als Clown verkleideten Terroristen, der mit dem Maschinengewehr in eine Zirkusvorstellung marschiert, Leute entführt und erschießt - kein Wunder, dass niemand in ihm den jugendlichen Liebhaber sah. 2010 spielte er Heinrich Himmler in "Die Kinder von Paris", arbeitete sich monatelang in die Rolle ein - und hatte danach ein Problem: "Nach dem letzten Drehtag hatte ich eine Woche lang Alpträume. Weil alles, was mit Himmler zusammenhängt, das pure Grauen ist. Nach der Arbeit brach alles aus."
Typisch Darchinger: voll im Tunnel, alles tun für die Rolle. Aber gejammert wird nicht: "Diese internationalen Produktionen sind ein Geschenk. 36 Millionen Euro Etat, 76 Drehtage - dagegen wirken deutsche Teams wie Making-of-Teams", sagt er und erzählt vom "funktionalen Druck" bei solchen Produktionen: Dreh in Ungarn, in der Steppe, im Februar, kurze Tage. Darchinger hat nur fünf Sätze, doch hinter ihm zieht ein Flüchtlingstreck mit 600 Komparsen und einem darüber fliegenden Flugzeug durchs Bild: "Das dauerte eineinhalb Stunden, bis die wieder auf Position waren. Da
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werden so ein paar Sätze ganz schön schwierig . . ." Für solche Situationen hat er sich innere Gelassenheit antrainiert und gelernt, sich auf seine Instinkte zu verlassen: "Mittlerweile weiß ich, dass in mir drin alles steckt. Dass ich darauf vertrauen kann, dass es dann schon kommt, wenn es gefragt wird. Das bringt auch das Älterwerden mit sich: dass man lernt, sich mehr zu vertrauen. Ein Beckenbauer hatte das wahrscheinlich schon immer. Ich war geprägt von Angst, musste die immer überwinden oder zumindest etwas mit ihr anstellen." Darchinger, der Zweifler.
Seine Wunschrolle? George Clooneys Film "The Descendants" fällt ihm ein. "Der Protagonist muss mit den Dingen zurechtkommen, kann sie nicht hinbiegen. So was interessiert mich: dieser Schwebezustand, die Suche nach dem Glück in der eigentlichen Unmöglichkeit."
Jetzt also der Schichtl. Wie passt der da rein? Als Regisseur Winfried Frey anfragt, muss er den Protagonisten nicht lange zum Bühnen-Comeback nach mehr als zwölf Jahren überreden: "Das ist keine schlichte Umpfta-umpfta-Tür-auf-Tür-zu-Komödie, sondern ein modernes Volkstheaterstück", sagt Darchinger. Er gibt den "scharfen Leo", den Messerwerfer und Schausteller-Chef Leonhard Schichtl, der einen Konkurrenzkampf mit der Schaustellerin Balbina Freudhäuser, der Teufelin, ausfechten muss. Rollen Köpfe? Wird nicht verraten. Manfred Schauer, der aktuelle Schichtl-Chef, wird sicher vorbeischauen und erwartet einen Gegenbesuch, sagt Darchinger: "Er hat gesagt, ich soll auf der Wiesn mal vorbeikommen - er will mich unbedingt köpfen."
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Interview für "European Laissez Faire"

Das e.l.f. ★ Europa-Interview mit dem Schauspieler Thomas Darchinger - LUPACO Munich
Thomas Darchinger ist Schauspieler, Synchronsprecher und oft auf Lesungen unterwegs. Er lebt am Starnberger See und ist bekennender Europa-Fan. Wir haben ihm einige Fragen zum Thema Europa gestellt ...
Wo bist Du geboren?
Neuburg an der Donau. Fließt ins Schwarze Meer. Durch einige Länder hindurch. Das hat mir als Kind schon immer gefallen.
Wo wohnst Du heute?
Starnberger See. Ums Eck von da, wo ich aufgewachsen bin. Am Ammersee war das. Zurück in der Heimat, ansatzweise zumindest. Heimat in dem Sinn irgendwo total sicher verankert zu sein, hab ich aber eher nicht. Ich möchte mich überall wohl fühlen können. Dafür muß man natürlich auch was tun. Sich für Neues öffnen. Neugierig sein. Fremdes spannend finden wollen und nicht in erster Linie bedrohlich. Alles Eigenschaften, die ich für meinen Beruf eh brauche. Kann ich aber jedem empfehlen.
Bist Du gerne Europäer / lebst Du gerne in Europa?
Unbedingt. Ich bin auch ausgesprochen froh, dass die europäischen Länder ihre Eigenständigkeit haben, dass wir in völliger Freiwilligkeit vereint sind. Und nicht etwa als Ergebnis einer Annexion. Das ist das entscheidende Plus. Ein Plus das wir uns erhalten müssen. Die Idee der Freude aufeinander, der Lust darauf, gemeinsam zu sein. Auch weil uns die Geschichte gelehrt hat, dass es dazu eine Notwendigkeit gibt. Europa ist ein faszinierender Kontinent mit so vielen tollen Facetten, die wir auf keinen Fall per Vereinheitlichungs-Bürokratismus glatt schleifen sollten.
Warum?
Allein schon die Sprachen sind wunderschön. Das Essen. Die Gewohnheiten/Sitten. Wenn ich einen Engländer nehme mit seiner Kultur und daneben einen Süd-Italiener stelle: Faszinierend!
Was hebt Europa von den anderen Kontinenten ab?
Da wäre ich jetzt ganz vorsichtig. Wie gesagt: Der Schlüssel liegt in der Offenheit. Also für mich ist Europa jetzt auch kein Bollwerk gegen den Rest der Welt. Nicht besser, spannender als anderswo. Es ist wie es ist und es ist der Herzschlag unserer eigenen Kultur. Das wird für einen Malaien oder einen Kenianer zu Recht völlig anders sein. Ich bin kein Freund davon, unser Wertesystem über das anderer Kulturen zu stellen. Insofern klingt mir das Wort “abheben” einfach zu sehr nach “über” den anderen stehen. Das möchte ich unbedingt verneinen. Ich glaube wir urteilen viel zu viel und wissen viel zu wenig. Ich bin zu 100% sicher, dass wir von jeder Lebensweise - egal wie fremd sie uns auf den ersten Blick erscheinen mag - etwas lernen können. Wer dazu nein sagt, hat einfach nicht genau genug geschaut. Aber was ich an Europa tatsächlich sehr schätze, ist der Gedanke der friedlichen Gemeinschaft, der Offenheit, des Miteinanders. Ein hohes Ideal. Natürlich sind wir in der Realität oft zu weit davon entfernt. Wir müssen uns da Zeit geben, aber das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Wie würdest Du europäisches Lebensgefühl beschreiben?


Morgens einen Espresso trinken, mittags Fines de Claires zu einem Glas grünen Veltliner aus Niederösterreich schlürfen, dazwischen sehr fleißig arbeiten und La Brass Banda hören und am Abend einen finnischen Film anschauen und dazu englische Chips knabbern und das für einen völlig normalen Tag halten.
Was sind für die Dich die besonderen europäischen Werte?
Ich denke, das Besonderste ist der Wunsch nach einem dauerhaften friedlichen Miteinander, nachdem wir uns viel zu oft auf grausamste Weise gegeneinander die Köpfe eingeschlagen hatten. Die Überzeugung, dass es zum Miteinander, zum aufeinander Zugehen keine guten Alternativen gibt. Dass es nichts besseres gibt, als die Neugierde auf- und die Freude an-einander.
Dein Lieblingsort in Europa?
Verrate ich nicht
Deine Lieblingspersönlichkeit aus Europa?
Na klar, “die” Europa aus der griechischen Mythologie.
Dein Lieblings-Essen?
Ich schwöre zur Zeit auf die neue europäische Küche. Zutaten von nachhaltig arbeitenden Erzeugern, mit purem Geschmack, der Kraft und Eigenart der Region. Sehr sanft gegart. Eine frische Gaumenfreude.
AKTUELLES:
“Der Totenmaler”, TV Film, Neue Bioskop Film für das ZDF. Regie Christian Theede. Dreh Oktober/November.
“Hammer & Sichl - (mehrere Folgen)”, TV Serie, entertainment factory für die ARD. Regie diverse. Dreh August/September.
“Ich und Du und die Anderen", Serie, Hometown Pictures für das www, Regie diverse. Dreh Dezember- März.
“München 7 - Unter der Hand”, TV Serie, Akzente Film für die ARD. Regie Franz X. Bogner. Dreh abgeschlossen.
“Soko 5113 - Der stumme Diener”, TV Serie. UfaFiction für das ZDF. Regie Till Müller-Edenborn. Dreh abgeschlossen.
"Tatort - Frohe Ostern, Falke", TV Reihe, CineCentrumBerlin für die ARD, Regie Thomas Stiller. Dreh abgeschlossen.
“Hubert & Staller - Schlaflos in Wolfratshausen", TV Serie, entertainment factory für die ARD. Regie Verena Freytag. Dreh abgeschlossen.
“Soko Kitzbühel - Vintage Love”, TV Serie, beo film für das ZDF. Regie Gerald Liegel. Dreh abgeschlossen.
“Agnieszka”, Kino, Kordes & Kordes Film. Regie Tomasz Rudzik. Weltpremiere im Wettbewerb des internationalen Filmfest Warschau. Deutschland-Premiere im Wettbewerb der Filmtage Hof.
Alle Ausstrahlungstermine finden Sie hier bei TVToday.de
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Name: Thomas Darchinger Alter: 51 Jahre Beruf: Schauspieler Info: http://www.thomasdarchinger.de
Weiteres:
Mitglied der deutschen Filmakademie
Facebook:
Thomas.Darchinger.fansite

Interview für das Magazin "Bayerische Kultserien"

Interview mit Thomas Darchinger. 30. Januar 2015
B K: Wenn man sich die Liste der Produktionen, in denen Sie mitgespielt haben ansieht, dann ist die länger als bei Kollegen, die viel älter sind als Sie. Nebenbei machen Sie noch Lesungen und andere Projekte (Synchronsprecher). Sind Sie ein Workaholic?

T D: (grinst) Ich hatte Ende November meinen letzten Drehtag für das Jahr 2014 und habe gleich zwei Tage später völlig panisch meine Agentur angerufen und gesagt: „Hilfe, ich habe die nächsten drei Wochen keinen Dreh!“. Da kam als Antwort nur: „Beruhig dich. Du hattest soviel Arbeit in diesem Jahr und kannst dich jetzt mal entspannen.“ Scheinbar fällt mir das wirklich schwer. Das hat aber sicherlich auch damit zu tun, dass beim Beruf des Schauspielers immer eine Angst impliziert ist, dass es nicht mehr weitergeht und es mal abreißt. Gerade im Winter gibt es ja meistens ein Loch. Dann hat man manchmal das Gefühl: „Hoffentlich ist nächstes Jahr nicht tote Hose!“ Deswegen spielen viele Kollegen ja im Winter Theater. Das wird für mich auch eine Option für die Zukunft.
Grundsätzlich kann ich schon sagen, dass ich extrem gerne arbeite. Das Schlimmste an dem Beruf ist, ihn nicht ausüben zu dürfen. Da können laut Statistik rund 80% der Kolleginnen und Kollegen ein Lied davon singen, die nicht von diesem Beruf leben können. Ich klopfe jedes Jahr wieder dreimal auf Holz, dass ich nicht dazu gehöre. Es ist ein Risikoberuf. Das macht aber auch den Reiz aus. Im Risiko liegt schließlich das Abenteuer, das wir alle suchen.
Aber ich habe zwei Kinder, muß auch vernünftige Entscheidungen treffen. Kann nicht alles ablehnen, was mir nicht zu 100% gefällt. Ich bin ja eh auch relativ breit aufgestellt. Ich kann ja auch hochdeutsch. Ich hatte zwar dieses Jahr fünf oder sechs Produktionen für den BR, war aber z.B. auch in Berlin oder in Hamburg für den Tatort. Synchronsprechen geht ja auch nur auf hochdeutsch, Für mich finde ich meine Mischung ganz stimmig, aber es hat auch Nachteile. Von manchen bayerischen Regisseur werde ich dafür nicht als echter Bayer wahrgenommen.
Man wird ja immer wieder in Schubladen gesteckt. Der Bayer, der nicht-Bayer, der Charakter-Darsteller, die Visage, der Schönling. Ganz schlaue Kollegen stecken sich selber rein. Wie James Dean, George Clooney usw. Die haben sich ein Image kreiert, das auch noch gut zu ihnen gepasst hat. Beneidenswerte Klarheit und Zielstrebigkeit. Ich hab nie meine Karriere geplant. Das hat den Effekt, dass man immer hin und her geschleudert wird. Mal spielt man den Typus, dann wieder einen ganz anderen. Für mich ist das aber auch genau das Spannende. Die Abwechslung.

B K: Welche Arbeit macht Ihnen denn am meisten Spaß?
T D: Ich hab letztes Jahr einen Tatort in Hamburg gemacht. Großartiger Regisseur, der sehr genau weiß was er will, aber auch seinen Schauspielern Platz zur Entfaltung läßt. Tolles Buch, tolle Kollegen. Und dann ist etwas passiert, was wirklich wunderbar wahr. Egal wie profiliert jeder einzelne war, JEDER hat sich ohne Eitelkeit und Schutzhülle auf die Suche begeben. Wir haben gemeinsam “die Hosen runter gelassen” und jeder hat sich getraut, seine Unsicherheit in dem Moment zuzulassen. Wenn Du bereit bist, den Schutzpanzer abzuwerfen und du dich nicht auf dem bisher Erreichten ausruhst und das dann auch noch als Kollektiv, ja meine Herren, ist das eine Freude!

B K: Welche Rolle hat die ,Löwengrube" in Ihrer Fernsehkarriere gespielt?

T D: Ich habe davor mal mit dem Reinhard Hauff eine Simmel-Verfilmung gemacht. Der Regisseur der „Löwengrube“, Rainer Wolfhardt hat mich im Theater gesehen und hat mich und den Thomas Huber zu einem Casting für zwei verschiedene Rollen eingeladen. Ich hatte dann das Glück den Maxi Grandauer spielen zu dürfen. Wobei mir das Glück damals gar nicht bewusst war. (lacht) Heute weiß ich natürlich, dass das Kult und eine der besten Serien ist, die in Deutschland gemacht wurden. Und ich werde tatsächlich immer noch auf der Straße darauf angesprochen.
B K: Hatten Sie sich davor mit den Grandauers beschäftigt?

T D: Ich bin zu der Geschichte wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Ich war am Theater mit meinem 7-Tage Rhythmus beschäftigt und habe außerhalb davon wenig mitbekommen. Das Medium Film war mir auch nicht vertraut und ich hatte auch ein wenig Schiss vor der ganzen Sache. Dann waren da ja auch Kollegen dabei, die schon sehr etabliert waren. Da gab es schon mehrere „Platzhirsche“ am Set (lacht) und ich war dagegen ein eher kleines Licht.
Rainer Wolffhardt hat mich danach auch noch oft besetzt und ich mochte es immer sehr, mit ihm zu arbeiten. Allein deswegen war die „Löwengrube“ für mich ein toller und markanter Punkt in meiner Laufbahn. Im Nachhinein kann ich vielleicht sagen, den Fehler gemacht zu haben, nach der Löwengrube wieder zurück ans Theater gegangen zu sein und den Bekanntheitsgrad nicht ausgenutzt zu haben. Bis ich dann nach einigen Jahren bemerkt habe, dass die Art, wie im Fernsehen und im Kino Geschichten erzählt werden, meine Welt ist. Theater hatte ich da für mich ein Stück weit ausgereizt. Aber da war der positive Schub, den mir die „Löwengrube“ gegeben hatte schon verflogen und ich mußte viel Geduld haben, bis es bei mir richtig gut lief.
B K: In dieser Serie, die ja bis heute einen großen Kultstatus besitzt, war ja das Who is Who der bayerischen Schauspieler beteiligt. An wen haben Sie besondere Erinnerungen?
T D: Ich habe viel von denen gelernt, aber ich hatte auch großen Respekt. (überlegt) Am meisten bewundert habe ich eigentlich das, was der Erich Hallhuber und der Jörg Hube gemacht haben. Und der Michael Lerchenberg als mein Onkel Kurt, herrlich! Die Franziska Stömmer… Insgesamt eine tolle Palette an Schauspielern, bei der ich stolz bin, dabei gewesen zu sein.

B K: Im Vergleich zu heute andere Kaliber?

T D: Schauen Sie, die Sender, die Programme, die Schauspieler sind heutzutage allgemein einfach deutlich mehr geworden. Man nimmt einzelne Personen nicht mehr so stark wahr wie früher. Deswegen entsteht da nicht mehr so schnell ein Kultstatus. Es gibt heute sicher auch eine ganze Reihe an sehr interessanten deutschen Schauspielern.
B K: Stört es Sie, dass man meistens den Bösewicht mit Ihnen assoziiert?
T D: Tatsächlich habe ich schon öfter den Mörder oder ähnliches gespielt, aber stören tut mich das nicht. In Krimis ist das ja oft eher die spannendere Figur. Bei „Hubert und Staller“ habe ich letztes Jahr z.B. auch einen Täter gespielt, von der die Redaktion meinte, es wäre eine der besten Folgen dieser Serie gewesen. Die kommt Anfang März und ich bin gespannt ob die Zuschauer es auch so sehen. (lacht) Trotzdem finde ich natürlich auch positive Figuren sehr toll. Es wird ja oft behauptet, das wären keine reizvollen Figuren, aber das halte ich für Blödsinn. Auch hier kann man viele verschiedene Facetten spielen. Leider wird das manchmal eher langweilig gespielt, weil es aber auch so inszeniert wird. Filme, in denen viele gute Menschen vorkommen, bedienen ja oft Klischees. Fragen Sie mich nicht, warum. Klischees zu spielen ist aber so oder so nicht der Grund, warum ich mir diesen Beruf ausgesucht habe.
In einem großen französischen Kinofilm habe ich allerdings mit Heinrich Himmler eine extrem negative Figur gespielt. Ich habe natürlich trotzdem versucht, mich ihr so gut wie möglich zu nähern. Nur dann ist der Beruf reizvoll und aufregend und nur dann werde ich auch meiner Aufgabe gerecht. Aber nach dem letzten Drehtag hatte ich tatsächlich Albträume. In Krimis ist es ja manchmal so, dass der Mörder auch gewisse Sympathiewerte hat. Bei der Figur Himmler konnte man das so sicher nicht darstellen. Diesen aber trotzdem als Menschen und nicht eindimensional als Dämon zu zeigen, fand ich sehr spannend. Weil ich auch glaube, dass man als Zuschauer dann auch mehr davon hat.


B K: Welche Art Rolle spielen Sie am liebsten?
T D: Für mich ist eine Rolle immer dann interessant, wenn ich nicht dazu angehalten werde, etwas zu wiederholen, was es schon 1000 Mal gegeben hat. Noch dazu oft als Erfindung von Film und Fernsehen. Es gibt ja Charaktere im Fernsehen, die bestehen nicht aus Charakterzügen mit all ihrer Widersprüchlichkeit, sondern nur als Erfindung, mit der man es sich sehr einfach gemacht hat. Ein Abziehbild. Spannend wird es, wenn es auch ein kleines Forschungsprojekt in Sachen Mensch sein darf. Das liegt aber immer auch an einem selber, wie weit man bereit ist zu suchen und dafür auch einzustehen, was dabei herauskommt. Aber ein gutes Buch kann nicht schaden, und ein Regisseur, der auch mehr will, als bloß nichts falsch zu machen.
Gut forschen und gut unterhalten, das ist das Ziel. Dann macht es Spaß, dann kommt hoffentlich ein Film heraus, den ich mir selber gerne anschauen würde. Als Zuschauer will ich nämlich in erster Linie gut unterhalten werden. Ich denke da wie Jean Luc Godard, der meinte “ich sehe lieber einen schlechten amerikanischen Film als einen schlechten Norwegischen”.

B K: Sie sind nicht nur in bayerischen Produktionen zu sehen sondern sogar international. Ist ihnen das wichtig?
T D: Letztendlich ist das ja nichts, was man steuern kann. Zumindest habe ich nicht das Gefühl ich könnte das. Wenn das glücklicherweise in einer Laufbahn auf einen immer Mal wieder zukommt, dann nimmt man es mit. Ich durfte unter anderem in einem kanadischen Kinofilm mit einer großen internationalen Besetzung mitspielen. Da bin ich schon dankbar, wenn ich dabei sein darf. Aber planen kann ich das nicht. Ich laufe jetzt auch nicht mit einer Plakatwand durch die Gegend, wo draufsteht: "Ich kann so was spielen, bitte besetzt mich!".


B K: Trotzdem denkt man bei Ihrem Namen sofort auch an bayerische Serien und Filme. Stört Sie das?
T D: Nein.
B K: Wie Heimatverbunden sind Sie?
T D: Sehr. Aber nicht in dem Sinn, dass ich Traditionen unreflektiert übernehme. Ich glaube, ich mußte erstmal alle Traditionen ablehnen, raus in die Welt, um sie wieder schätzen zu lernen. Ich lebe extrem gerne hier und genieße es, ich liebe lebendige Traditionen. Und da meine ich nicht nur den Tanz um den Maibaum oder eine Bettlhochzeit, sondern auch, dass man in meiner Heimat traditionell eine sehr gesunde Gelassenheit hat, und im Allgemeinen auch eine große Friedfertigkeit.
B K: Jetzt sind Sie ja auch als großer FC Bayern-Fan bekannt und werden hierzu auch regelmäßig als Experte herangezogen ....
T D: Naja, das Wort “Experte” wird da nicht von mir benutzt. Wir als Fans sind ja da eher die “Gscheidhaferl”. Aber es stimmt, ich darf zu dem Thema Interviews geben, aber das würde ich nicht falsch einordnen. Da geht es dann doch eher um den Unterhaltungswert und nicht so sehr um den Gehalt meiner Aussagen.
B K: Wäre aus Ihnen auch ein guter Fußballer geworden?
T D: Definitiv nein. Ich spiele manchmal beim FC Sternstunden. Da sind ehemalige Profis dabei. Also ich weiß: Nein.
B K: Wenn Sie die Rolle in einer bayerischen Kultserie hätten spielen können, welche wäre das gewesen?
T D: Der Franz Xaver Bogner hätte mir eine Rolle in “Irgendwie und Sowieso” schreiben sollen!

http://bayerische-kultserien.de/Interviews/InterviewDarchinger.html

Interview für die Zeitschrift cosmia

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Interview im "Quer Magazin"

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